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Wenn du einen Roadtrip durch Norwegen planst, wirst du zwangsläufig Fähre fahren. Im Land der Fjorde ist die Fähre keine Attraktion: Sie ist ein Stück Straße, sie ersetzt schlicht die Brücken. Die Landstraße endet am Wasser, du reihst dich in die Schlange ein, wartest, fährst auf, ein Schiff bringt dich hinüber, und drüben geht die Straße weiter. Ich habe auf meinen Reisen einige genommen, von kleinen Fjordüberfahrten bis zu den längeren Verbindungen im Norden.
Eine Fähre kann zehn Minuten oder eine Stunde dauern, je nach Fjord. Denn du hast die Küste gesehen: Fjorde in alle Richtungen, überall, und meist am Fuß von Bergen. Statt Umwege von zig Kilometern zu fahren (ich habe mal 300 km draufgelegt) oder überall Brücken zu bauen, die potthässlich wären, gibt es Dutzende Fährlinien. Und das ist super praktisch.
Nur stellen sich vor jeder neuen Fähre dieselben Fragen: Wie zahle ich hier? Muss ich reservieren? Gibt es nachts Fähren? Was kostet das? Bleibe ich hängen, wenn das Schiff voll ist? Denn die Regeln sind natürlich je nach Region, Fähre und Betreiber verschieden. Sonst wäre es ja langweilig.
Gute Nachricht: Das norwegische System ist super einfach … sobald man es einmal verstanden und alles eingerichtet hat. Denn ja, beim ersten Mal ist es schon verwirrend, an Bord nichts zu zahlen und niemandem zu begegnen, der ein Ticket will. Ich erkläre dir in diesem Artikel alles. Aber stell dir das einfach wie eine automatische Mauterfassung vor: Dein Kennzeichen wird gescannt, die Rechnung kommt später.
Unten findest du eine Fähren-Suchmaschine! Das heißt: Du willst irgendeine Fährlinie mit allen Infos, Fahrplänen, Preisen, ob AutoPASS oder nicht … du gibst Abfahrt oder Ankunft ein und zack! Du hast alle Infos, die dich interessieren! Los geht’s!


Wie funktionieren die Fähren in Norwegen?
In Norwegen gehören die Straßenfähren zum öffentlichen Straßennetz. Wenn dein Navi eine Route anzeigt, sind die Fährüberfahrten selbstverständlich enthalten, ohne dass es sie überhaupt als etwas Besonderes markiert. Auf großen Achsen wie der E39 zwischen Bergen und Stavanger oder auf den Fjordstraßen kommst du nicht drum herum: Der Umweg über die Straße würde Stunden dauern.
Konkret läuft es in 95 % der Fälle so ab:
- Du kommst am Fähranleger (ferjekai) an und reihst dich in die Schlange ein, auf der für dein Ziel ausgeschilderten Spur, falls es mehrere gibt.
- Du stellst den Motor ab und wartest. Kein Schalter, keine Schranke, kein Ticket zu kaufen.
- Die Fähre legt an, die Fahrzeuge fahren von Bord, dann winkt dich ein Crewmitglied vor.
- Bei der Einfahrt auf die Fähre liest eine Kamera (oder ein Mitarbeiter, je nach Region und Betreiber) dein Kennzeichen (oder deinen AutoPASS-Chip). Das ist dein „Ticket”.
- Während der Überfahrt kannst du im Auto bleiben oder in den Salon hochgehen. Handbremse angezogen, Motor aus. Aber steig aus, denn die Aussichten sind immer fantastisch!
- Bei der Ankunft startest du und fährst weiter. Niemand hat dich nach irgendetwas gefragt.
Das ganze Bezahlsystem ist automatisiert: Es ist dasselbe Prinzip wie bei den norwegischen Mautstationen, die ich in diesem Artikel ausführlich erkläre: wie du Maut und Fähren in Norwegen mit AutoPASS bezahlst.


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Wie bezahlt man die Fähre in Norwegen?
Das ist DIE große Frage, und die Antwort ist einfach: Standardmäßig musst du an Bord nichts tun. Das Kennzeichen wird beim Auffahren automatisch gelesen, und niemand kommt und verlangt ein Ticket. Die eigentliche Frage ist, was du VORHER (oder nachher) machst, und da gibt es vier Fälle. (Und für alle, die lieber vor Ort zahlen: Dazu gleich mehr, das geht auf manchen Linien noch, aber nicht überall.)
Das sind die verschiedenen Fälle:
- manche Fähren erfordern die Zahlung vor Ort oder im Voraus (zum Beispiel Geiranger – Hellesylt)
- die allergrößte Mehrheit der Fähren wird per Bankkarte über die Kennzeichenerkennung bezahlt (mit Chip oder ohne)
- die Fähren in Tromsø kannst du beim Auffahren per Karte bezahlen
- wenn du keinen Chip hast und beim Auffahren nichts zahlst, bekommst du die Rechnung nach Hause
Fall 1: Du hast absolut nichts vorbereitet
In den meisten Fällen liest die Kamera dein Kennzeichen, und der Fahrzeughalter bekommt eine Rechnung zum vollen Tarif per Post, mit zusätzlichen 35 NOK Rechnungsgebühr. Für ausländische Fahrzeuge übernimmt EPASS24 die Abrechnung. Es funktioniert, aber es ist der unvorteilhafteste Fall: voller Tarif + Gebühr + eine Rechnung, die Wochen später bei dir eintrudelt. Und nein, sie vergessen dich nicht, ich habe schon Rechnungen bekommen.
Und das gilt sowohl für die Fähren als auch für die Maut. Kennzeichen lesen, Halter ermitteln, Versand ein paar Wochen später.
AUSSER FÜR:
- die Fährlinien des Svipper-Netzes in Tromsø: Wenn du keine Registrierung und keinen Chip hast, wirst du beim Auffahren zur Zahlung aufgefordert (nur per Karte)
- einige private Linien, bei denen die Zahlung beim Auffahren (oder sogar im Voraus) Pflicht ist
Fall 2: Du registrierst dein Kennzeichen bei FerryPay
FerryPay ist die minimale Lösung, die ich empfehle, wenn du nur ein paar Fähren nimmst und dir keinen Stress machen willst: Du registrierst dein Kennzeichen (das bei jeder Fahrt gelesen wird) und deine Bankkarte, und jede Überfahrt wird automatisch abgebucht, mit Beleg per E-Mail. Keine Ermäßigung, aber auch keine Rechnungsgebühr und null Papierkram. Die Anmeldung dauert fünf Minuten.
FerryPay ist eines der beiden Kennzeichen-Erkennungssysteme für die Fähren. Außer bei einigen privaten Fähren wirst du nicht zur Zahlung vor Ort aufgefordert.

Fall 3: Du hast einen AutoPASS-Chip (ohne Fährkonto)
Wenn du einen AutoPASS-Mautchip bestellt hast (Skyttelpass, Flyt, Brobizz …), bekommst du automatisch 10 % Ermäßigung auf die Fähren des AutoPASS-Netzes, abgebucht über deinen Chip-Vertrag. Mehr musst du nicht tun.
Sich bei einem Chip-Anbieter anzumelden ist super nützlich, wenn du viel in Norwegen unterwegs bist. Denn es gibt nicht nur Norwegen, je nach Anbieter, und du bekommst monatliche Rechnungen statt bei jeder Fahrt.
Mit einem dieser Partner-Chips kannst du auch AutopassFerje beitreten, wenn du die Ermäßigungen nutzen willst. Natürlich kannst du auch FerryPay beitreten, aber da gibt es keine Ermäßigungen.
Fall 4: Du hast alles richtig gemacht: Chip + AutoPASS-ferje-Konto, bis zu 50 % Ermäßigung
Das ist die Formel für Vielfahrer, und die EINZIGE, die echte Ermäßigungen bringt. Achtung bei dem Punkt, in den alle tappen: Das AutoPASS-ferje-Konto funktioniert nicht allein. Du brauchst zwingend vorher einen AutoPASS-Mautchip. Der Reihe nach:
- Schritt 1: Bestelle einen Mautchip bei einem AutoPASS-Herausgeber (Skyttelpass, Flyt, Brobizz, ØresundPAY …). Rechne mit zwei bis vier Wochen Lieferzeit, also plane rechtzeitig vor der Abreise.
- Schritt 2: Erstelle ein Prepaid-Konto bei AutoPASS ferje und registriere dort deine Chipnummer (die brikkenummer).
- Gut zu wissen: Du musst nicht warten, bis der physische Chip ankommt! Die Nummer ist ein bis zwei Werktage nach der Bestellung nutzbar. Ich habe es gemacht: Anmeldung bei AutoPASS ferje mit der bei der Skyttelpass-Bestellung erhaltenen Nummer, Chip noch nicht geliefert, und die Ermäßigungen galten schon. Du kannst ohne den Chip fahren, alles greift.
- Schritt 3: Zahle die Vorauszahlung von 2.200 NOK (rund 190 Euro) für ein Fahrzeug unter acht Metern.
Dann bekommst du 50 % Ermäßigung auf alle deine Überfahrten (40 % für Firmenkonten): Jede Fähre wird mit Ermäßigung vom Guthaben abgezogen, und das Restguthaben wird dir bei Kontoschließung erstattet. Ohne Chip kein Fährkonto, und damit keine 50 %: FerryPay allein bringt KEINE Ermäßigung.
Ab rund zehn Überfahrten oder einem langen Aufenthalt lohnt sich die Rechnung schnell. Wenn du elektrisch fährst, kommt die Elektro-Ermäßigung noch obendrauf. Die ganze Bestellprozedur für den Chip steht in meinem Artikel über AutoPASS.

Und mit einem Mietwagen?
Mietwagen sind bereits registriert: Der Vermieter bekommt die Rechnung und stellt dir die Überfahrten weiter in Rechnung (voller Tarif, ohne die Ermäßigungen). Du musst also nichts tun. Wenn du viele Fähren planst: Du kannst einen Mietwagen für die Dauer der Miete auf deinen Namen bei AutoPASS ferje registrieren und dir die Ermäßigungen holen.
Vergiss nicht, den Vertrag zu kündigen, sobald du das Auto zurückgibst, sonst zahlst du auch für die nächsten Kunden mit!
Kann man an Bord noch zahlen?
Das hängt von der Reederei ab, und es verschwindet zusehends.
Bargeld ist so gut wie überall verschwunden, aber Kartenzahlung an Bord gibt es noch, mit Regeln, die je nach Reederei variieren:
- Auf den Fjord1-Linien (vor allem in der Fjordregion) kannst du am Kiosk oder bei der Crew per Karte zahlen: Es wird an Bord sogar als Weg ausgehängt, die Rechnungsgebühr zu vermeiden. Zum Beispiel Geiranger – Hellesylt, Kaupanger – Gudvangen, da zahlst du am Kai (oder auf der Website) per Karte.
- In der Provinz Troms (Svipper-Fähren) ist Kartenzahlung nur kontaktlos möglich. Achtung: Du zahlst den vollen Tarif (die Elektro-Ermäßigung greift nicht), und es kann das Auffahren verzögern. Ohne kontaktlose Karte und ohne FerryPay … fährst du nicht mit, so lautet die offizielle Regel. Nur, wenn du dein Kennzeichen nicht registriert hast.
- Wenn du den Chip oder AutoPASS hast, zahlst du darüber, dein Auto wird erkannt
In jedem Fall keine Ermäßigung bei Zahlung an Bord, und manchmal musst du einem beschäftigten Crewmitglied hinterherlaufen. Meine Empfehlung bleibt dieselbe: Registriere dein Kennzeichen vor der Abreise (mindestens FerryPay), und du hast auf allen Linien Ruhe, egal bei welcher Reederei.

Die Linien AUSSERHALB von AutoPASS: wo du ein echtes Ticket brauchst
Ein paar Verbindungen entziehen sich dem Kennzeichensystem komplett. Da gibt es keine Kamera und keine Rechnung: Du brauchst ein Ticket, online oder an Bord gekauft.
- Geiranger – Hellesylt: die Touristenfähre auf dem Geirangerfjord. Ticket online oder direkt beim Crewmitglied, das an Bord zwischen den Fahrzeugen durchgeht. Alle Details hier.
- Kaupanger – Gudvangen: die Überfahrt über den Nærøyfjord mit Fahrzeug, gleiches Prinzip, Tickets online (Reservierung im Sommer empfohlen). Hier kaufst du sie.
- Die Lysefjord-Fähre (Lauvvik – Forsand – Lysebotn, saisonal): eigene Ticketstelle über Kolumbus, Reservierung angesichts der kleinen Kapazität fast unverzichtbar. Mehr Infos hier.
- Die touristischen Kreuzfahrten wie Nærøyfjord oder die Fjordtouren ab Bergen: klassische Passagiertickets.
- Hurtigruten und Havila (die Postschiffroute Bergen – Kirkenes): Auf manchen Strecken kann man sein Auto mitnehmen, aber nur mit Reservierung, über deren eigene Ticketstelle.
Zwei Sonderfälle zum Schluss. Moss – Horten, die meistbefahrene Fähre des Landes, wird von einem privaten Betreiber (Bastø Fosen) betrieben: Kennzeichenerkennung und AutoPASS funktionieren dort, aber die Ermäßigung des Prepaid-Kontos ist geringer als die üblichen 50 %.
Und Bodø – Moskenes ist ein Zwitter: In der normalen Schlange wird dein Kennzeichen gelesen und AutoPASS greift ganz normal; aber wenn du deinen Platz bei Torghatten reservierst, zahlst du die Überfahrt online bei der Reservierung, wie ein klassisches Ticket. Was ich angesichts des Andrangs im Sommer sehr empfehle.
Und die Passagiere? Und die Fußgänger?
Das ist die schöne Überraschung: Auf den Straßenfähren zahlen die Passagiere nichts. Der Tarif deckt das Fahrzeug und alle Insassen. Fußgänger und Radfahrer reisen auf den meisten Verbindungen kostenlos. Du zahlst nur das Fahrzeug. Außer auf der Linie Gryllefjord – Andenes, wo Fußgänger und Passagiere 100 NOK zahlen.
Was kostet eine Fähre in Norwegen?
Der Preis hängt von drei Dingen ab: der Länge deines Fahrzeugs, seinem Motor und der Länge der Überfahrt. Ein paar konkrete Anhaltspunkte für 2026:
- Kleine Fjordüberfahrt (15 bis 25 Minuten, wie Lavik–Oppedal auf der E39): rund 81 NOK (7 Euro) für ein Auto unter sechs Metern, Passagiere inklusive. Rund 57 NOK elektrisch, 33 NOK mit dem Motorrad.
- Mittlere Überfahrt (30 bis 45 Minuten): rechne mit 100 bis 250 NOK je nach Linie.
- Lange Überfahrt wie Bodø–Moskenes zu den Lofoten (3 Stunden 15 bis 3 Stunden 30): 605 NOK (rund 52 Euro) für ein Auto unter sechs Metern, 424 NOK elektrisch.
Ein paar Regeln, die du kennen solltest:
- Wohnmobil: Der Tarif steigt mit der Länge schnell an. Zwischen sechs und acht Metern rechne mit etwa dem Doppelten eines Autos; über acht Metern noch eine Stufe.
- Anhänger oder Wohnwagen: Der Preis richtet sich nach der Gesamtlänge. Auto + Anhänger bis zehn Meter = Autotarif x2; über zehn Meter = x3.
- Elektrofahrzeuge: automatische Ermäßigung auf den Fähren des AutoPASS-Netzes, kombinierbar mit der Ermäßigung des Prepaid-Kontos.
- Touristenfähren: Achtung, die „Kreuzfahrt”-Verbindungen wie Geiranger–Hellesylt gehören nicht zum AutoPASS-System. Tickets online oder vor Ort zu kaufen, und die Preise sind deutlich höher (das ist der Preis für den Blick auf den Geirangerfjord).
Um den genauen Preis deiner Überfahrt zu schätzen, findest du den offiziellen Rechner auf autopassferje.no.
Gibt es 2026 noch kostenlose Fähren?
Ja, aber mit einer großen Neuerung 2026, die die Reisenden direkt betrifft. Der Reihe nach.
Seit Juli 2022 finanziert der norwegische Staat die komplette Kostenfreiheit (Fahrzeug inklusive) auf rund sechzig kleinen Linien: denen mit weniger als 100.000 Passagieren pro Jahr und den Inselverbindungen ohne Straßenanbindung. Die meisten sind lokale Verbindungen, aber einige sind für Reisende interessant:
- Svolvær – Skrova – Skutvik, die schöne Sommerabkürzung zwischen den Lofoten und der E6
- Festvåg – Misten, auf der Straße nach Kjerringøy nördlich von Bodø
- Jektvik – Kilboghamn und Forøy – Ågskardet, auf der herrlichen Küstenstraße Fv17 (Kystriksveien)
- Kinsarvik – Utne, im Hardangerfjord
- Bodø – Værøy – Røst – Moskenes … AUSSER der direkten Strecke Bodø – Moskenes, die weiter kostenpflichtig bleibt (ja, das ist subtil: Nur die Umwege über die kleinen Inseln Værøy und Røst sind kostenlos)
Die Änderung 2026: der „Sommertarif”. Das System lief so gut, dass es Schlangen und Missbrauch erzeugte, und der Staat erwog im Haushalt 2026 sogar, es komplett zu streichen. Ergebnis: Die Kostenfreiheit überlebt, aber drei Provinzen (Nordland, Møre og Romsdal, Trøndelag) haben von Mai/Juni bis Ende August einen Sommertarif eingeführt. In dieser Zeit werden die „kostenlosen” Linien wieder kostenpflichtig, und die Kostenfreiheit greift erst ab der fünften bis siebten Fahrt auf derselben Linie mit demselben Fahrzeug. Das ist für die Pendler gedacht, die die Fähre täglich nehmen: Als Tourist, der die Linie nur ein- oder zweimal nimmt, zahlst du deine Überfahrt im Sommer.
Der konkrete Fall: die Fähre Svolvær – Skutvik fährt nur von Juni bis Ende August … genau im Fenster des Sommertarifs. Auf dem Papier kostenlos, aber in der Praxis rechne 2026 mit einer Zahlung. Dieselbe Logik auf der Fv17 im Sommer.
Gute Nachricht dagegen rund um Tromsø: Die Provinz Troms hat KEINEN Sommertarif eingeführt. Ihre kleinen kostenlosen Linien bleiben also das ganze Jahr kostenlos, auch im Juli und August – vor allem Hansnes – Karlsøy – Vannøy und Belvik – Vengsøy rund um Kvaløya, oder Rotsund – Havnnes – Uløybukt zu den Lyngenalpen.
Ebenfalls gut zu wissen: Dieser Sommertarif erhöht die Preise mancher normalerweise kostenpflichtiger Linien (Eidsdal – Linge auf der Straße nach Geiranger, Flakk – Rørvik, Hareid – Sulesund …), und die Liste der kostenlosen Linien ändert sich jedes Jahr, manche sind endgültig wieder zur Zahlung übergegangen.
Außerhalb der Sommersaison hingegen bleiben die Linien der Liste komplett kostenlos. Bevor du auf die Kostenfreiheit zählst, lohnt ein Blick auf die offizielle Liste auf autopassferje.no. Und in jedem Fall, denk dran: Fußgänger und Passagiere zahlen auf den Straßenfähren nie etwas.
Oder, einfacher, du machst es wie ich. Du nimmst die Fähre und siehst auf der Rechnung, ob sie kostet und wie viel. Weil es mir zu kompliziert war, habe ich einfach beschlossen, nicht mehr drauf zu achten 😀
Kann man eine Fähre in Norwegen reservieren?
In den allermeisten Fällen: nein, und du brauchst sie auch nicht. Die Straßenfähren fahren ohne Reservierung: Wer zuerst kommt, fährt zuerst. Ist die Fähre voll, wartest du auf die nächste, die auf den großen Achsen meist 20 bis 40 Minuten später kommt.
Kniffliger ist es bei diesen beiden Fähren:
- ein bisschen bei der Fähre Tromsø – Senja, in der Hochsaison
- ziemlich stark bei der Fähre Gryllefjord – Vesterålen, denn davon gibt es nicht viele und sie ist sehr beliebt. Du musst sehr früh oder schon am Vortag da sein.
Ein paar Ausnahmen solltest du trotzdem kennen:
- Bodø–Moskenes (Lofoten): Das ist DIE Linie, bei der die Reservierung zählt. Nur ein Teil der Kapazität wird über Reservierung verkauft (der Rest läuft über die Warteschlange), und zwar über die Website von Torghatten Nord, mit einem Aufschlag von 130 NOK pro Fahrzeug für die Platzgarantie. Im Sommer rate ich dir dringend, mehrere Tage im Voraus zu buchen. Alle Details in meinem eigenen Artikel zur Fähre Bodø–Lofoten.
- Die touristischen Fähren wie Geiranger–Hellesylt oder die Fähren auf dem Nærøyfjord (etwa Kaupanger – Gudvangen): klassische Online-Reservierung, in der Hochsaison sehr empfehlenswert.
Mein Tipp für den Sommer auf den viel befahrenen Linien: Sei 20 bis 30 Minuten vor der Abfahrt da. Auf den kleinen Linien außerhalb der Saison reicht es locker, zehn Minuten vorher da zu sein. Bei der Fähre Tromsø – Lyngenalpen solltest du ab Freitagnachmittag eine Stunde früher da sein, denn dann sind die Einheimischen alle unterwegs zu ihren Hütten.

Welche Fahrzeiten haben die Fähren? Und fahren sie nachts?
Du musst dir die Fahrpläne nicht auswendig merken: Auf den großen Achsen pendeln die Fähren durchgehend, mit 2 bis 3 Abfahrten pro Stunde tagsüber. Auf den Nebenlinien rechne mit einer Abfahrt alle 30 bis 60 Minuten. In der Praxis kommst du tagsüber einfach zum Anleger und nimmst das nächste Boot.
Worauf du achten solltest:
- Nachts: Die meisten Linien stellen den Betrieb zwischen 23 Uhr und Mitternacht ein und nehmen ihn gegen 4:30 bis 6 Uhr morgens wieder auf. Einige große Achsen behalten ein paar sehr weit auseinanderliegende Nachtabfahrten, aber verlass dich nicht darauf, ohne es zu prüfen. Wenn du spät unterwegs bist, schau dir die letzte Abfahrt an, BEVOR du deine Abendetappe planst. Auf den Nachtstrecken hatte ich eher recht häufige Boote bis Mitternacht und danach sehr weit auseinanderliegende. Aber ja, fast die ganze Nacht.
- Sonntags und an Feiertagen: Die Fähren fahren an jedem Tag des Jahres, sonntags sowie früh morgens und spät abends aber mit reduzierter Frequenz.
- Die Saisonlinien: Manche touristischen oder Nebenverbindungen, etwa die Fähre zwischen Senja und den Vesterålen oder Kaupanger – Gudvangen, fahren nur im Sommer. Prüfe die Öffnungsdaten, wenn du außerhalb der Saison reist.
Für die Fahrpläne gibt es nur einen Reflex: Entur (Website entur.no und App), der nationale norwegische Reiseplaner, der alle öffentlichen Verkehrsmittel des Landes zusammenfasst, Fähren inklusive, in Echtzeit. Du gibst deine Autofahrt ein, und die Überfahrten erscheinen mit den nächsten Abfahrten. Die Websites der Betreiber (Fjord1, Norled, Torghatten) veröffentlichen außerdem die PDF-Fahrpläne Linie für Linie.
Oder aber: Du hast weiter oben ein kleines Widget gesehen, das dir alle Infos zu jeder einzelnen Fährstrecke gibt. Wähl einfach die Strecke aus und schon hast du sie!
Die wichtigsten Fährlinien für einen Roadtrip in Norwegen
Hier sind die Linien, denen du auf einem Roadtrip am ehesten begegnest, mit ungefährer Dauer und Frequenz tagsüber (Hochsaison). Für die aktuellen Fahrzeiten in Echtzeit schau immer auf Entur.
| Linie | Region / Achse | Dauer | Frequenz (tagsüber) | Gut zu wissen |
|---|---|---|---|---|
| Moss – Horten | Oslofjord (E18/E6) | 30 Min. | Ca. alle 30 Min. | Die meistbefahrene Fähre des Landes |
| Halhjem – Sandvikvåg | E39 Bergen – Stavanger | 45 Min. | 2–3 pro Stunde | Hauptachse, durchgehender Pendelverkehr |
| Mortavika – Arsvågen | E39 Richtung Stavanger | 25 Min. | 2–3 pro Stunde | Hauptachse, durchgehender Pendelverkehr |
| Lavik – Oppedal | E39, Sognefjord | 20 Min. | Ca. 2 pro Stunde | Typische Überfahrt über den Sognefjord |
| Fodnes – Mannheller | Sognefjord (Lærdal) | 15 Min. | 2–3 pro Stunde | Auf der Strecke nach Flåm und Sogndal |
| Hella – Vangsnes / Dragsvik | Sognefjord (Balestrand) | 15–30 Min. | 1–2 pro Stunde | Dreieckslinie mit 3 Anlegern |
| Eidsdal – Linge | Strecke nach Geiranger / Trollstigen | 10 Min. | 2–3 pro Stunde | Pflicht auf dem Weg nach Geiranger |
| Molde – Vestnes | E39, Romsdal | 35 Min. | Ca. 2 pro Stunde | Auf dem Weg zur Atlantikstraße |
| Flakk – Rørvik | Halbinsel Fosen (Trondheim) | 25 Min. | 1–2 pro Stunde | Spezielle Anhänger-Tarife |
| Bognes – Skarberget | E6, Nordland | 25 Min. | Ca. 1 pro Stunde | Mein ausführlicher Artikel hier |
| Bodø – Moskenes | Zu den Lofoten | 3:15–3:30 Std. | 2 bis 5 pro Tag je nach Saison | Reservierung im Sommer empfohlen, Details hier |
| Brensholmen – Botnhamn | Tromsø – Senja | 45 Min. | Saisonal (Sommer) | Mein ausführlicher Artikel hier |
| Breivikeidet – Svensby | Tromsø – Lyngenalpen | 20 Min. | 1–2 pro Stunde | Mein ausführlicher Artikel hier |
| Geiranger – Hellesylt | Geirangerfjord | 1–1,5 Std. | Saisonal, 4–8 pro Tag | Touristische Fähre, kein AutoPASS, Details hier |
Dauer und Frequenz sind Richtwerte: Sie variieren je nach Saison und Wochentag.
Wer sind die Fährbetreiber in Norwegen?
Die wichtigsten Betreiber sind Fjord1, Norled, Torghatten, Boreal und Bastø Fosen (auf Moss–Horten). Jede Linie wird per öffentlicher Ausschreibung an einen Betreiber vergeben.
Aber hier die eigentlich wichtige Info: Als Reisender macht der Betreiber für dich keinen Unterschied. Die Zahlung läuft überall über dasselbe System AutoPASS ferje (wieder mit Ausnahme der touristischen Linien), die Regeln sind dieselben, und die Fahrpläne aller Gesellschaften sind auf Entur gebündelt.
Der einzige Fall, in dem der Betreiber zählt: die Reservierung auf den langen Überfahrten (etwa Torghatten Nord für Bodø–Moskenes) und die touristischen Fähren, die man auf der Website der jeweiligen Gesellschaft bucht.
Verwechsle Fähre und Express-Boot (hurtigbåt) nicht
Auf Entur und auf Karten begegnen dir auch „Express-Boote” (hurtigbåt auf Norwegisch): schnelle Boote, die die Küstenstädte verbinden, etwa Bodø – Svolvær, Tromsø – Finnsnes – Harstad oder Bergen – Flåm über den Sognefjord. Achtung, das ist das Gegenteil der Straßenfähren:
- Keine Fahrzeuge: nur Passagiere (und Fahrräder).
- Die Passagiere zahlen, anders als auf den Fähren, wo sie gratis mitfahren. Und auf den langen Verbindungen ist das nicht billig.
- Klassische Tickets: hier kein AutoPASS, das Ticket kaufst du über die App der jeweiligen Provinz (Reis Nordland, Svipper, Skyss, Kolumbus …), online oder an Bord.
Sehr praktisch, um ohne Auto herumzukommen, aber rechne nicht damit, dein Fahrzeug mitzunehmen: Dafür brauchst du die Fähren aus diesem Artikel.
Meine praktischen Tipps für die Fähre in Norwegen
Nach etlichen Überfahrten kann ich dir Folgendes raten:
- Rechne die Fähren in deine Fahrzeit ein. Eine Überfahrt von 20 Minuten sind mit Warten und Einschiffen in Wirklichkeit 40 bis 50 Minuten. Auf einer Route wie meinen zwei Wochen in den Fjorden zählt das.
- Registriere dein Kennzeichen vor der Abreise (mindestens FerryPay), so vermeidest du Bearbeitungsgebühren und böse Überraschungen Monate später.
- Geh aufs Deck. Manche Überfahrten sind kostenlose Mini-Kreuzfahrten mitten durch die Fjorde: Bleib nicht im Auto sitzen, vor allem nicht im Sognefjord.
- Die Cafeteria an Bord: Auf vielen Linien findest du Kaffee und kleine Snacks. Die Svele-Pause (dicker norwegischer Pfannkuchen) auf einer Fähre ist eine lokale Institution.
- Prüfe die letzte Abendabfahrt, wenn du auf der anderen Seite eines Fjords schläfst, und die im Winter gesperrten Straßen, die deine Route ändern können.
- Volltanken: An abgelegenen Anlegern gibt es nicht immer eine Tankstelle in der Nähe, plane bei langen Etappen voraus.
Die Fähren, um NACH Norwegen zu kommen
Bisher haben wir über die Fähren gesprochen, die Teil der norwegischen Straßen sind. Aber die Fähre ist auch eine hervorragende Art, mit dem eigenen Auto nach Norwegen zu kommen: Du verlädst dein Fahrzeug so beladen, wie du willst, sparst dir die lange Fahrt hoch durch Schweden und kommst nach einer Nacht in der Kabine ausgeruht an – eine Mini-Kreuzfahrt zum Auftakt des Roadtrips.
Das sind die verfügbaren internationalen Verbindungen:
- Kiel – Oslo (Color Line): von Deutschland aus, ~20 Std. über Nacht – und du sparst dir die ganze Fahrt durch Dänemark hoch. Infos und Buchung
- Kopenhagen – Oslo (Go Nordic Cruiseline, die ehemalige DFDS-Linie): Nachtkreuzfahrt von ~17–18 Std., die dich mitten in Oslo absetzt. Infos und Buchung
- Hirtshals – Kristiansand (Color Line oder Fjord Line): die schnellste, 2:25 Std. im Katamaran (März–Oktober) oder ~4 Std. mit der klassischen Fähre. Infos und Buchung
- Hirtshals – Larvik (Color Line): ~4 Std., die Linie, die dich Oslo am nächsten bringt. Infos und Buchung
- Hirtshals – Langesund (Fjord Line): ~4:30 Std., praktisch für den Südosten und die Telemark. Infos und Buchung
- Hirtshals – Stavanger – Bergen (Fjord Line): die Nachtüberfahrt (~11 Std. nach Stavanger, ~17 Std. nach Bergen), ideal, um direkt mit den Westfjorden zu starten. Infos und Buchung
Anders als bei den Inlandsfähren musst du hier unbedingt im Voraus buchen: Kabinen und Autoplätze sind im Sommer schnell weg, und die Preise steigen, je näher das Datum rückt. Fahrzeiten vergleichen und buchen kannst du auf Direct Ferries.
Diese Überfahrten verdienen einen eigenen Guide – welche Linie du je nach Ausgangspunkt wählst, Kabine oder Sessel, mit dem Wohnmobil … Ein kompletter Artikel zu den Fähren nach Norwegen kommt bald auf dem Blog!
FAQ: deine Fragen zu den Fähren in Norwegen
Kann man an Bord bar oder mit Karte zahlen?
Bargeld ist fast überall vorbei. Die Kartenzahlung an Bord ist weiterhin bei Fjord1 möglich (Kiosk oder Crew) und nur kontaktlos auf den Fähren in Troms – aber immer zum vollen Tarif, ohne jeden Rabatt. Es gibt keinen Schalter an Land: Verlass dich nicht auf die Zahlung an Bord und registriere lieber dein Kennzeichen. Auf den touristischen Fähren ist es dagegen umgekehrt: Entweder kaufst du dein Ticket online, oder ein Crewmitglied geht zwischen den Fahrzeugen durch und du kaufst das Ticket direkt bei ihm – so läuft es auf Geiranger – Hellesylt.
Muss man während der Überfahrt im Auto bleiben?
Auf den meisten kurzen Überfahrten kannst du im Fahrzeug bleiben oder in den Salon und aufs Deck hochgehen. Motor aus und Handbremse angezogen in jedem Fall. Aber es gibt immer eine Cafeteria und die Landschaften sind großartig, ich finde es schöner, draußen zu warten.
Was passiert, wenn die Fähre voll ist?
Du bleibst in der Schlange und fährst mit der nächsten. Auf den großen Achsen beträgt die zusätzliche Wartezeit 20 bis 40 Minuten. Vor allem auf den langen, wenig befahrenen Verbindungen (allen voran die Lofoten) kann das einen halben Tag kosten – daher lohnt sich die Reservierung, wo es sie gibt.
Fahren die Fähren im Winter?
Ja, die Straßenfähren fahren das ganze Jahr über, auch im Norden: Das sind öffentliche Straßen. Nur die touristischen Linien und einige Nebenverbindungen sind saisonal. Bei schlechtem Wetter bleiben vereinzelte Ausfälle auf den exponierten Überfahrten möglich.
Und mit Wohnmobil oder Motorrad?
Das Wohnmobil zahlt nach seiner Gesamtlänge (Achtung beim Fahrradträger, der eine Tarifstufe höher rutschen lassen kann). Das Motorrad zahlt einen reduzierten Tarif, deutlich günstiger als ein Auto, und kann sich per Kennzeichenfoto bei AutoPASS ferje registrieren, ohne Badge.
Sind Tiere erlaubt?
Ja, dein Hund reist gratis mit. Er kann im Auto bleiben oder dich in den Außenbereichen begleiten, je nach den an Bord ausgehängten Regeln.
Fazit
Du wirst es gemerkt haben: In Norwegen die Fähre zu nehmen, ist verblüffend einfach. Du kommst an, du fährst auf, die Kamera erledigt den Rest. Die einzigen echten To-dos: dein Kennzeichen registrieren (mindestens FerryPay, ein AutoPASS-ferje-Konto, wenn du viele Überfahrten machst), die Fahrpläne auf Entur für die Abendetappen prüfen und nur auf den langen Verbindungen wie Bodø–Moskenes im Sommer reservieren.
Der Rest ist Genuss: Die norwegischen Fähren sind oft die schönsten Pausen des Roadtrips. Wenn du noch eine Frage hast, stell sie mir gern im Kommentar, ich antworte dir mit Freude!
Weitere Ressourcen für deine Reise nach Norwegen
DIE ROUTE PLANEN
- Alles Wissenswerte für deine Reise nach Norwegen
- Maut und Tunnel in Norwegen mit AutoPASS bezahlen
- Tempolimits und Bußgelder in Norwegen
- Die im Winter gesperrten Straßen in Norwegen
- Meine Route von zwei Wochen in den Fjorden
- Meine Route von zwei Wochen in Nordnorwegen
DIE FÄHREN IM DETAIL
- Die Fähre Bodø – Moskenes (Lofoten)
- Die Fähre zwischen Tromsø und Senja
- Die Fähre zwischen Tromsø und den Lyngenalpen
- Die Fähre Bognes – Skarberget auf der E6
- Die Fähre Geiranger – Hellesylt
DIE FJORDE












