Die Atlantikstraße in Norwegen besuchen

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Das ist wohl die bekannteste Straße Norwegens (neben der Trollstigen). Du hast sie garantiert schon gesehen: eine Fahrbahn, die sich über dem Ozean aufbäumt, eine verdrehte Brücke, die ins Leere zu stürzen scheint, Wellen, die unter einem Gewitterhimmel auf den Asphalt klatschen. Jede Liste „die schönsten Straßen der Welt“ setzt sie ganz nach oben.

Weil wir im April von Tromsø zurück nach Paris fuhren und die Reise voll auskosten wollten, dachten wir uns: „Hey, da ist eine superbekannte Panoramastraße offen, fahren wir hin!“ Denn die Atlantikstraße ist zwar sehr bekannt, aber nicht die am leichtesten zu erreichende. Also, wir hatten Zeit – warum nicht nutzen. Nur leider.

Um ehrlich mit dir zu sein (der Artikel fängt ja gut an :D), weil das nützlicher ist als ein euphorischer Beitrag: ich kam ein bisschen enttäuscht zurück. Nicht dass es hässlich wäre, nein, es ist hübsch, die Abfolge der Brücken ist sehr fotogen, und es gibt richtig schöne Stopps. Aber ich hatte mir mehr erwartet. Spektakulärer, länger, eindrücklicher.

Das Problem ist meiner Meinung nach, dass Norwegen mich schon an das Grandiose gewöhnt hatte. Wenn du am Tag zuvor die Trollstigen gefahren bist, am Geirangerfjord mit seinen irren Aussichtspunkten in der Höhe entlanggerollt bist oder die Straßen der die Lofoten überquert hast, dann kommst du auf der Atlantikstraße mit Augen an, die – ich will nicht sagen abgestumpft, aber du erwartest etwas noch Beeindruckenderes. Sie ist ein Opfer des Außergewöhnlichen ihrer Nachbarn.

Trotzdem lohnt es sich, wenn du in der Gegend bist (Møre og Romsdal). Mach nur keinen Umweg von 400 km dafür, außer du hast Zeit wie wir. In diesem Artikel gebe ich dir alle praktischen Infos, um sie richtig zu erleben, sie klug mit anderen Perlen der Region zu verbinden und zu wissen, was dich wirklich erwartet.

Wobei wir vor allem die kurze Version gefahren sind, weil wir zwischen Trondheim und Ålesund nicht viel Zeit hatten – deshalb gebe ich dir auch Infos zu Orten, die wir selbst nicht besuchen konnten. Los geht’s!

Berühmte geschwungene Storseisundbrücke der Atlantikstraße in Norwegen
Autos überqueren die Brücke der Atlantikstraße in Norwegen
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Was genau ist die Atlantikstraße?

Erste wichtige Klarstellung, weil die Blogs es im Vagen lassen: Es gibt die „Atlantikstraße“ im engeren und im weiteren Sinn.
Die Atlantikstraße im engeren Sinn (die Atlanterhavsvegen, die von den Fotos) ist ein Abschnitt von 8,3 km, der die Insel Averøy über acht Brücken und mehrere Viadukte von Schäre zu Schäre mit dem Festland verbindet. Es ist dieses Asphaltband auf dem Wasser, mitten zwischen Riffen, mit seiner berühmten Storseisundbrücke (260 m lang, die ikonischste, die aus dem richtigen Winkel aussieht, als würde sie mitten im Himmel enden).
Die Nationale Touristenstraße Atlanterhavsvegen (im weiteren Sinn) ist die als „Nationale Landschaftsroute“ eingestufte Strecke, die insgesamt 36 km lang ist und sich von Kårvåg (auf Averøy-Seite) bis Bud (ein kleines Fischerdorf auf dem Festland) zieht. Die 8,3 km Brücken liegen in der Mitte, drumherum gibt es Strände, Rastplätze, Dörfer und die Stabkirche von Kvernes.
Wenn jemand sagt „Ich bin die Atlantikstraße gefahren“, meint er meistens den Brückenabschnitt. Aber das eigentliche Erlebnis ist es, die 36 km von Ende zu Ende zu fahren und dabei anzuhalten. Wenn du nur die 8 km für ein Foto fährst, bist du in 30 Minuten durch und fährst (zu Recht) wieder weg und fragst dich, warum alle davon reden.

Atlantikstraße an der Westküste Norwegens
Höhe der Brücke auf der Atlantikstraße in Norwegen
Free travel guide Norway ebook PDF

Wie du hinkommst: die drei Zufahrten

Die Straße liegt in der Region Møre og Romsdal, an der Westküste, auf halbem Weg zwischen Bergen und Trondheim, aber weit von beiden entfernt. Hier sind die drei realistischen Optionen, um hinzukommen.

Option 1: Ab Kristiansund (die kürzeste)

Das ist die direkteste Option. Kristiansund ist eine kleine Küstenstadt mit einem Flughafen (Kvernberget) und täglichen Verbindungen ab Oslo. Vor Ort:

  • Du nimmst die Straße 64 Richtung Südwesten
  • Du fährst durch den Atlanterhavstunnelen (5,7 km langer Unterwassertunnel, seit Juli 2020 kostenlos)
  • Du erreichst Kårvåg auf der Insel Averøy in 25 bis 30 Minuten
  • Du startest direkt auf die Atlantikstraße

Von Kristiansund bis Bud (Ende zu Ende): rund 1 Stunde 15 Minuten Fahrt, ohne Stopps.
Das ist die ideale Option für einen Tagesausflug hin und zurück oder wenn du die Fahrt kurz halten willst. Rechne mit 2,5 bis 3 Stunden für die Runde Kristiansund → Bud → Kristiansund mit Stopps.

Option 2: Ab Molde (die Panorama-Option)

Molde ist die „Stadt der Rosen“ und hat ebenfalls einen Flughafen (Årø) mit Flügen ab Oslo. Ab Molde:

  • Du nimmst die Straße 64 Richtung Nordwesten
  • Du fährst über Eide und dann Bud
  • Du startest die Atlantikstraße von Süden (Bud → Kårvåg)

Von Molde nach Kristiansund über die Atlantikstraße: rund 2,5 Stunden Fahrt, ohne Stopps.
Das ist meiner Meinung nach die beste Option, wenn du Zeit hast: Du fährst die Straße auf ganzer Länge und kannst danach zum Übernachten nach Kristiansund weiter (oder umgekehrt). Es ist auch die logische Kombination mit einem Roadtrip, der die Trollstigen und den Geirangerfjord einschließt, die ebenfalls leicht von Molde aus erreichbar sind.

Option 3: Ab Trondheim, Ålesund oder Bergen (im Roadtrip)

Wenn du einen großen Roadtrip machst, ist die Atlantikstraße selten eine „isolierte“ Etappe. Man verbindet sie mit:

  • Ab Trondheim: 3,5 Stunden Fahrt bis Kristiansund, über die Straße 65 und dann die 70. An einem Tag machbar, aber lang.
  • Ab Bergen: mindestens 8 bis 10 Stunden Fahrt, Fähren inklusive. Nichts für einen Tag. Das ist eine Roadtrip-Etappe, kein Ausflug.
  • Ab Ålesund: 3 Stunden über Molde, also kann das ein Tag sein, an dem du die Atlantikstraße und den Besuch von Molde kombinierst, oder auf dem Weg nach Kristiansund

Plane idealerweise mindestens eine Nacht vor Ort ein (in Molde, Kristiansund oder auf Averøy), um die Brücken nicht in Eile abzuhaken und die Chance auf schönes Licht zu haben. Wir sind Trondheim–Ålesund über die Atlantikstraße gefahren, das ist lang, und vielleicht kommt die Enttäuschung daher, dass wir die Umgebung zu wenig genossen haben.

Chihuahua-Hund auf der Atlantikstraße in Norwegen
Atlantikstraße mit Bergen in Norwegen

In welche Richtung fahren?

Ganz ehrlich, egal. Anders als bei der Nærøyfjord-Kreuzfahrt (wo die Richtung wirklich zählt) fährt sich die Atlantikstraße in beide Richtungen gleich gut. Die Stopps liegen auf beiden Seiten, die Brücken sieht man aus beiden Richtungen, und das Licht begünstigt je nach Uhrzeit mal die eine, mal die andere. Außerdem: Weil alles winzig ist, fährst du sie ohnehin in beide Richtungen, so wie wir.

Mein Tipp trotzdem: Wenn du am späten Nachmittag ankommst, fahr sie von Süden (Bud) nach Norden (Kårvåg). Du hast das Licht im Rücken für die Fotos, und die untergehende Sonne beleuchtet die Brücken gut aus dem Westen.

Wenn du morgens da bist, ist es umgekehrt: Starte in Kårvåg, um das Morgenlicht auf den Brücken zu haben.

💰 Petit budget💰 Budget💰 Económico💰 Kleines Budget
Thon Hotel Storgata Kristiansund
7,8/107.8/10
Thon Hotel Storgata · Kristiansund

📍 Kristiansund · Storgata, plein centre

📍 Kristiansund · Storgata, central

📍 Kristiansund · Storgata, pleno centro

📍 Kristiansund · Storgata, mitten im Zentrum

Hôtel central et compact au cœur de Kristiansund, à deux pas du terminal du Sundbåt et des restaurants. Petit-déjeuner exceptionnel, gaufrier en libre-service à la réception et personnel noté 9,0/10 — le plan malin pour explorer la ville sans se ruiner.

Central, compact hotel in the heart of Kristiansund, steps from the Sundbåt ferry terminal and restaurants. Exceptional breakfast, self-service waffle maker in the lobby and staff rated 9.0/10 — the smart pick to explore the city without breaking the bank.

Hotel céntrico y compacto en pleno corazón de Kristiansund, a dos pasos de la terminal del ferry Sundbåt y de los restaurantes. Desayuno excepcional, gofrera en autoservicio en la recepción y personal valorado 9,0/10 — la opción inteligente para explorar la ciudad sin disparar el presupuesto.

Zentrales, kompaktes Hotel im Herzen von Kristiansund, nur wenige Schritte vom Sundbåt-Terminal und den Restaurants entfernt. Hervorragendes Frühstück, ein Waffeleisen zur Selbstbedienung an der Rezeption und ein mit 9,0/10 bewertetes Personal — die clevere Wahl, um die Stadt zu erkunden, ohne dich zu ruinieren.

  • Petit-déjeuner exceptionnel et gaufrier libre-service
  • Centre de Kristiansund, près du ferry Sundbåt
  • Personnel noté 9,0/10 et Wi-Fi très bien noté
  • Exceptional breakfast and self-service waffles
  • Central Kristiansund, near the Sundbåt ferry
  • Staff rated 9.0/10 and excellent Wi-Fi
  • Desayuno excepcional y gofrera en autoservicio
  • Centro de Kristiansund, cerca del ferry Sundbåt
  • Personal valorado 9,0/10 y Wi-Fi excelente
  • Hervorragendes Frühstück und Waffeleisen zur Selbstbedienung
  • Zentrum von Kristiansund, nahe der Sundbåt-Fähre
  • Personal mit 9,0/10 und sehr gut bewertetes WLAN

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À partir de 150 € / nuitFrom €150 / nightDesde 150 € / nocheAb 150 € / Nacht

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Scandic Kristiansund
7,8/107.8/10
Scandic Kristiansund

📍 Kristiansund · au bord du port, vue sur la mer

📍 Kristiansund · on the harbour, sea views

📍 Kristiansund · junto al puerto, vistas al mar

📍 Kristiansund · direkt am Hafen, mit Meerblick

Hôtel posé au bord du port avec jetée maritime privée, à quelques pas du centre. Chambres élégantes avec vue sur la mer pour la plupart, sauna et salle de sport — l'option confort pour observer le Hurtigruten entrer dans le détroit.

Hotel set right on the harbour with a private pier, a few steps from the centre. Most rooms feature sea views, plus a sauna and a fitness centre — the comfortable choice to watch the Hurtigruten enter the strait.

Hotel a orillas del puerto con embarcadero privado, a pocos pasos del centro. La mayoría de las habitaciones disfrutan de vistas al mar, más sauna y gimnasio — la opción confortable para ver al Hurtigruten entrar en el estrecho.

Hotel direkt am Hafen mit privatem Steg am Meer, nur wenige Schritte vom Zentrum entfernt. Elegante Zimmer mit meist Meerblick, Sauna und Fitnessraum — die komfortable Wahl, um die Hurtigruten bei der Einfahrt in den Sund zu beobachten.

  • Vue mer depuis la plupart des chambres
  • Sauna, salle de sport et borne de recharge
  • Jetée privée pour observer le Hurtigruten
  • Sea views from most rooms
  • Sauna, fitness centre and EV charging
  • Private pier with Hurtigruten views
  • Vistas al mar desde la mayoría de las habitaciones
  • Sauna, gimnasio y carga para vehículos eléctricos
  • Embarcadero privado con vistas al Hurtigruten
  • Meerblick aus den meisten Zimmern
  • Sauna, Fitnessraum und Ladestation
  • Privater Steg, um die Hurtigruten zu beobachten

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À partir de 110 € / nuitFrom €110 / nightDesde 110 € / nocheAb 110 € / Nacht

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Molde Fjordhotell by Classic Norway Hotels
8,9/108.9/10
Molde Fjordhotell · Classic Norway

📍 Molde · au bord du quai, face aux Alpes de Romsdal

📍 Molde · on the quay, facing the Romsdal Alps

📍 Molde · junto al muelle, frente a los Alpes de Romsdal

📍 Molde · direkt am Kai, mit Blick auf die Romsdalalpen

Hôtel posé sur le quai de Molde, avec un panorama sur les 222 sommets enneigés des Alpes de Romsdal. Chambres avec balcon vue fjord, restaurant Hav réputé pour ses fruits de mer — emplacement noté 9,6/10 et adresse plébiscitée par les couples (9,7/10).

Hotel set on Molde's quay, with a panorama over the 222 snow-capped peaks of the Romsdal Alps. Rooms with fjord-view balconies, the acclaimed Hav restaurant for fresh seafood — location rated 9.6/10 and a favourite among couples (9.7/10).

Hotel a orillas del muelle de Molde, con un panorama de las 222 cumbres nevadas de los Alpes de Romsdal. Habitaciones con balcón y vistas al fiordo, restaurante Hav reputado por sus mariscos — ubicación 9,6/10 y dirección plebiscitada por las parejas (9,7/10).

Hotel direkt am Kai von Molde, mit Panoramablick auf die 222 schneebedeckten Gipfel der Romsdalalpen. Zimmer mit Balkon und Fjordblick, das Restaurant Hav ist für seine Meeresfrüchte bekannt — die Lage ist mit 9,6/10 bewertet und bei Paaren äußerst beliebt (9,7/10).

  • Vue panoramique sur les Alpes de Romsdal
  • Restaurant Hav réputé pour ses fruits de mer
  • Emplacement noté 9,6/10 sur Booking
  • Panoramic Romsdal Alps view
  • Hav restaurant acclaimed for its seafood
  • Location rated 9.6/10 on Booking
  • Vista panorámica de los Alpes de Romsdal
  • Restaurante Hav reputado por sus mariscos
  • Ubicación 9,6/10 en Booking
  • Panoramablick auf die Romsdalalpen
  • Restaurant Hav, bekannt für seine Meeresfrüchte
  • Lage mit 9,6/10 auf Booking bewertet

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À partir de 140 € / nuitFrom €140 / nightDesde 140 € / nocheAb 140 € / Nacht

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Scandic Seilet Hotel Molde
8,0/108.0/10
Scandic Seilet Hotel · Molde

📍 Molde · sur le fjord, dans une voile architecturale

📍 Molde · on the fjord, inside an architectural sail

📍 Molde · sobre el fiordo, en una vela arquitectónica

📍 Molde · am Fjord, in einem architektonischen Segel

Hôtel-icône en forme de voile posé sur le fjord de Romsdal. Skybar au 14ᵉ étage avec vue à 360° sur les fjords, spa Seilet attenant et grandes baies vitrées dans toutes les chambres — pour une nuit qui ressemble à une carte postale norvégienne.

Iconic sail-shaped hotel rising from the Romsdal fjord. 14th-floor Skybar with 360° fjord views, adjoining Seilet spa and floor-to-ceiling windows in every room — for a night that looks like a Norwegian postcard.

Hotel-icono con arquitectura en forma de vela elevada sobre el fiordo de Romsdal. Skybar en la planta 14 con vistas 360° al fiordo, spa Seilet contiguo y grandes ventanales en cada habitación — para una noche de postal noruega.

Ikonisches Hotel in Segelform direkt am Romsdalfjord. Skybar im 14. Stock mit 360°-Blick auf die Fjorde, angeschlossenes Seilet-Spa und große Panoramafenster in allen Zimmern — für eine Nacht, die einer norwegischen Postkarte gleicht.

  • Skybar panoramique au 14ᵉ étage
  • Spa Seilet et centre de bien-être attenants
  • Architecture iconique posée sur le fjord
  • Panoramic 14th-floor Skybar
  • Adjoining Seilet spa & wellness centre
  • Iconic architecture rising from the fjord
  • Skybar panorámico en la planta 14
  • Spa Seilet y centro de bienestar contiguos
  • Arquitectura icónica sobre el fiordo
  • Panorama-Skybar im 14. Stock
  • Angeschlossenes Seilet-Spa und Wellnessbereich
  • Ikonische Architektur direkt am Fjord

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À partir de 95 € / nuitFrom €95 / nightDesde 95 € / nocheAb 95 € / Nacht

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Die wichtigsten Stopps entlang der Straße

Hier entscheidet sich alles zwischen „Ich bin in 30 Minuten durchgefahren” und „Ich habe mir wirklich Zeit genommen”. Das lohnt einen Stopp, von Norden nach Süden.

Die Storseisundbrücke. Der Hauptstopp, die Ikone. Auf jeder Seite der Brücke gibt es einen kostenlosen Parkplatz. Du kannst zu Fuß auf die Brücke gehen (der Gehweg ist schmal, aber machbar), und der beste Aussichtspunkt für das klassische Foto ist vom südlichen Parkplatz aus – etwas erhöht auf dem Pfad, der den Hügel dahinter hinaufführt. Von dort bekommst du den Winkel, bei dem die Straße scheinbar in den Himmel steigt und dann abrupt endet.

Der Rastplatz Eldhusøya. Wahrscheinlich der originellste Stopp der Straße. Eine felsige Insel, umrundet von einem 700 m langen, schwebenden Steg aus Aluminium, der sich zwischen den Felsen um die Insel schlängelt. Für die Runde in Ruhe brauchst du 15 Minuten. Kostenlos.

Die Myrbærholm-Brücke. Die „Angelbrücke”. Auf der Brücke gibt es eine Plattform, von der aus die Einheimischen angeln (die Gegend ist fürs Meeresangeln bekannt). Wenn du Rute und Angelschein dabei hast, ist das machbar; sonst einfach ein schöner Aussichtspunkt.

Der Rastplatz Askevågen. Ein grandioser Aussichtspunkt mit Architektur (von Reiulf Ramstad Arkitekter), mit einer verglasten Plattform und 360-Grad-Blick über den Ozean. Er liegt etwas abseits der Hauptstrecke (rund 10 Minuten von der Straße entfernt, auf einer Halbinsel), aber der Umweg lohnt sich. An Sturmtagen ist der Ausblick der Wahnsinn.

Das Dorf Bud. Das südliche Ende der Panoramastraße. Ein kleines Fischerdorf mit Hafen, roten Holzlagerhäusern und einem guten Fischrestaurant (Bryggjen i Bud). Dazu das Ergan-Museum, eine ehemalige deutsche Küstenbatterie aus dem Zweiten Weltkrieg, in den Fels gegraben (spannend für Fans der Militärgeschichte, sonst verzichtbar).

Die Stabkirche von Kvernes (Kvernes Stavkirke). Auf der Insel Averøy, 25 Minuten von der Straße entfernt. Eine der letzten in Norwegen gebauten Stabkirchen (1631–1633) und eine von nur zwei mit äußeren Holzpfeilern (die andere ist Rødven). Im Sommer für Besichtigungen geöffnet (Juni bis August, ca. 80 NOK). Wenn du Stabkirchen magst, lohnt sich der Umweg; sonst fahr weiter. Ich selbst war überhaupt nicht vorbereitet und wusste nicht, dass sie da ist. Schade, das Innere sieht richtig schön aus.

Håholmen. Ein altes Fischerdorf auf einer kleinen Insel, nur in der Hochsaison per Boot vom zentralen Rastplatz der Straße aus erreichbar. Heute ein Hotel/Restaurant. Hübsch, aber teuer.

Berühmte Brücke der Atlantikstraße an der Westküste Norwegens
Abfahrt von der Brücke der Atlantikstraße (Atlanterhavsveien)

Wie viel Zeit solltest du einplanen?

  • Um die 8,3 km der Brücken ohne Halt zu durchfahren: 15 bis 20 Minuten.
  • Um die 36 km von Anfang bis Ende zu fahren (Kårvåg ↔ Bud), mit den wichtigsten Stopps: 2 bis 3 Stunden.
  • Um sie richtig zu genießen, mit Zeit für alle Stopps, Fotos und ein Mittagessen in Bud: ein halber Tag, also rund 4 bis 5 Stunden.
  • Um einen ganzen Tag daraus zu machen, mit Kvernes, Bud, Ergan und einem Kaffee in Eldhusøya: ein voller Tag, rund 6 bis 7 Stunden.

Mein Rat: Plane mindestens einen halben Tag ein, das ist die richtige Dosis, um nicht alles zu überfliegen und trotzdem keine Reizüberflutung zu bekommen. Wenn du nur für die Brückenfotos herkommst, wirst du etwas enttäuscht sein (siehe meine Meinung weiter unten).

Wenn du mit dem Wohnmobil unterwegs bist, ist das der perfekte Ort für eine Pause. Du kommst am Nachmittag an, und es gibt hier jede Menge Plätze, um das Fahrzeug abzustellen und zu übernachten. Das sind übrigens die Reisenden, denen du hier am häufigsten begegnest.

Widget 2 Spalten – Atlantikstraße ab Molde

Wann hinfahren: die echte Frage der Jahreszeit

Genau hier bekommt die Straße je nach Jahreszeit einen ganz anderen Charakter.

Sommer (Juni bis August): die „einfache” Variante

In dieser Saison fahren alle hin, und sie ist auch am einfachsten zu handhaben. Straßen offen, Fähren im Einsatz, Restaurants geöffnet, brauchbares Wetter (im Schnitt 15–20 °C, mit Regenschauern).
Die Falle im Sommer: Die Straße ist stark befahren, vor allem zwischen 11 und 16 Uhr. Die Parkplätze an der Storseisundbrücke und in Eldhusøya können überfüllt sein. Fahr lieber früh am Morgen (vor 9 Uhr) oder am Abend (nach 19 Uhr): Es bleibt sehr lange hell, das Licht ist grandios (wenn das Wetter nicht mies ist), und du bist fast allein.
Diese Saison ist ideal, wenn es deine erste Reise nach Norwegen ist und du dir keinen Stress machen willst.

Herbst (September bis November): die spektakuläre Variante

Das ist die Saison, um die Straße von ihrer besten Seite zu erleben. Ab Oktober kommen die ersten großen Atlantikstürme, und die Wellen schlagen über die Fahrbahn. Genau das sieht man in den viralen Videos: Wasserwände, die 5–8 m hoch spritzen, Fotografen im Regenmantel, die neben der Brücke waten, und ab und zu eine vorübergehende Sperrung der Straße.
Praktisches:

  • Die Straße bleibt meistens offen, außer bei einem schweren Sturm
  • Sperrungen werden von der Polizei angekündigt, auf der Seite vegvesen.no (vor der Abfahrt checken)
  • Halte bei Sturm niemals auf den Brücken an: Autos können weggerissen werden, das ist schon passiert. Und überhaupt: Halte nie auf einer Brücke an, denn die Leute fahren schnell und du riskierst einen Unfall.
  • Zieh dich sehr warm und wasserdicht an, der Wind kann 100–150 km/h erreichen

Gut zu wissen: Die Einheimischen sind das gewohnt. Sie fahren mitten im Sturm über die Straße, ohne auch nur langsamer zu werden. Du dagegen wirst dich schwertun, überhaupt aus dem Auto zu kommen.
Diese Saison ist ideal, wenn du wieder nach Norwegen kommst und das „echte” Erlebnis willst.

Winter (Dezember bis März): für Abenteurer

Die Straße bleibt befahrbar, aber die Bedingungen sind hart: teils vereiste Straßen, sehr kurze Tage, häufige Stürme und die meisten Rastplätze sind menschenleer.
Der Vorteil: Du bist allein, das Licht ist wunderschön, und du hast die Chance, Nordlichter zu sehen (ja, wir sind weit genug im Norden, um sie ab und zu zu erwischen). Dafür verlangt das Fahren Erfahrung auf Schnee und Spikereifen (in Norwegen von November bis April üblich).
Nur etwas für alle, die entsprechend ausgerüstet sind, die sowieso in der (im Winter verlassenen) Region unterwegs sind und die gern bei Winterbedingungen fahren.

Frühling (April bis Mai): die Nebensaison

Normalerweise unbeständiges Wetter (oft noch kalt, manchmal Schnee), wenige Touristen, einige Restaurants und Museen noch geschlossen. Nicht die schlechteste Zeit, aber auch nicht die beste. Wir waren im April da, es hatte 15 Grad, und die Einheimischen sagten uns, das sei absolut nicht normal. Normal sind fünf Grad, mehr Regen und Wind.

Ausflug auf der Atlantikstraße mit Abfahrt von der Brücke (Atlanterhavsveien)
Touristen auf der Atlantikstraße Atlanterhavsveien beim Spaziergang über die Brücke

Was kostet das?

Gute Nachricht: Die Straße ist komplett kostenlos. Keine Maut, keine Zufahrtsgebühr, keine kostenpflichtigen Parkplätze an den wichtigsten Aussichtspunkten. Du fährst, du hältst, du fährst weiter.
Der Atlanterhavstunnelen (der Unterwassertunnel zwischen Kristiansund und Averøy) war früher kostenpflichtig, ist aber seit dem 1. Juli 2020 kostenlos. Du kannst die ganze Hin- und Rückfahrt also machen, ohne einen einzigen Øre Maut zu zahlen. Außer den Citymaut-Gebühren (Molde und Kristiansund).

Kurz gesagt: Das ist ein wirklich günstiger Ausflug im Vergleich zum Rest von Norwegen.

Discover Cars Norwegen

Womit lässt sie sich verbinden? (die eigentliche Frage)

Genau hier ergibt die Straße erst richtig Sinn. Für sich allein rechtfertigt sie keinen großen Umweg. Aber kombiniert mit dem, was drumherum liegt, wird sie zu einer logischen Etappe auf einem Roadtrip.
Die beste Kombi: Trollstigen + Geiranger + Atlantikstraße. Das ist das goldene Dreieck der Region Møre og Romsdal. Du fährst den Trollstigen hoch (die verrückteste Serpentinenstraße des Landes), fährst wieder runter zum Geirangerfjord (der bekannteste Fjord, UNESCO-Welterbe) und dann wieder hoch nach Molde und zur Atlantikstraße. Rechne mit mindestens 3 bis 4 Tagen für diese Runde, idealerweise 5 bis 6 Tage, wenn du dir Zeit lässt. In dieser Logik findet die Atlantikstraße ihren Platz: als Abschluss einer schon prall gefüllten Route.

Romsdal und die Atlantic Ocean Road mit dem Rad. Für Sportliche ist die Straße auch mit dem Rad sehr schön (kaum Steigung, oft starker Wind). Mehrere Verleiher in Molde und Kristiansund. Rechne mit einem ganzen Tag.

Die Küstenwanderung von Farstadsanden / Vevang. Auf dem Abschnitt zwischen Vevang und Bud gibt es einen ausgeschilderten Küstenpfad entlang der Strände und niedrigen Klippen. 5 bis 7 km flach, für alle machbar. Eine gute Option, wenn du mal „aus dem Auto raus” willst und die Landschaft anders erleben möchtest.

Danach Trondheim. Wenn du nach der Straße weiter nach Norden fährst, liegt Trondheim 3,5 Stunden von Kristiansund entfernt. Schöne Studentenstadt, Nidarosdom (die größte Kathedrale Skandinaviens). Eine gute Verlängerung.

Ansicht der Brücke der Atlantikstraße aus der Ferne in Norwegen
Wohnmobile auf der Atlantikstraße in Norwegen

Meine ehrliche Meinung: überbewertet?

Ich hab’s in der Einleitung gesagt, ich sage es hier noch mal in Ruhe.

Was mir gefallen hat:
Die Abfolge der Brücken ist wirklich cool, vor allem in dem Moment, wenn man sich der Storseisundet nähert und den Eindruck hat, die Brücke taucht in den Himmel ein, mit dieser kleinen, ultra fotogenen Kurve. Die Rastplätze sind sehr gut gemacht (Eldhusøya ist ein architektonisches Highlight, man merkt, dass hier echtes Design steckt). Der praktische Aspekt ist unschlagbar: kostenlos, kurz, leicht erreichbar, und man kann alles ohne Reservierung machen.

Am meisten Spaß machst du dir wohl mit der Drohne, denn dann siehst du zusätzlich all die kleinen Inseln, und im Sommer kommt das türkisfarbene Wasser dazu.

Was mich enttäuscht hat:
Sie ist kürzer, als man denkt. Und es sind weniger Brücken, als ich dachte. 8 km sind schnell vorbei. Wenn man die Bilderflut in den sozialen Medien gesehen hat, erwartet man 30 km Straßen, die sich am Ozean festkrallen; in Wirklichkeit dauert das „Wow”-Erlebnis 10 bis 15 Minuten.

Die Landschaft drumherum, abseits des Hauptabschnitts, ist hübsch, aber nicht überwältigend. Flache Heiden, Schafweiden, ein paar Fischerhäuser: nett, aber wenn man die Tage davor im Geiranger oder am Trollstigen verbracht hat, ist der Kontrast hart. Alles wirkt zurückhaltender, bescheidener.

Der „Spektakel”-Faktor hängt enorm vom Wetter ab. Ohne Sturm und ohne Wellen, die hochspritzen, bleibt es einfach eine hübsche Straße. Wenn es grau ist und windet, aber nicht zu sehr, ist es nett, aber das Licht ist nicht top. Wenn du bei strahlendem Sonnenschein und glatter See hinfährst, bekommst du schöne, ruhige Fotos, aber nicht das epische Bild, das dir auf den Tourismusseiten verkauft wird.

Mein Fazit: machenswert, wenn du in der Region bist, verpass sie nicht, aber schraub die Erwartung nicht zu hoch. Sie ist ein gutes „nebenbei” auf einem Roadtrip, keine Etappe, die 6 Stunden Autofahrt für eine einfache Strecke rechtfertigt. Und wenn du zwischen der Atlantikstraße und dem Trollstigen wählen musst, nimm ohne zu zögern den Trollstigen.

Wenn du nicht in der Region bist, mach den Umweg nicht allein dafür. Du kannst aber für Molde und Kristiansund kommen und danach entweder Richtung Ålesund oder zum Trollstigen abbiegen.

Der andere Gedanke, der mir im Kopf blieb: Norwegen ist Opfer seiner eigenen Maßlosigkeit. Wenn dir jeder Tag einen Fjord mit 1.500 m hohen Klippen, Wasserfälle im Dutzend und schwindelerregende Serpentinen um die Ohren haut, dann wirken 8 km Brücken 5 m über dem Ozean fast schon brav.

Für sich genommen (etwa als Etappe einer Reise durch Belgien oder die Niederlande) wäre das wahrscheinlich die schönste Straße der ganzen Reise. In Norwegen ist sie für mich einfach nur „nett”.

Kurz gesagt: Soll man hinfahren?

Ja, wenn:

  • du schon in der Region Møre og Romsdal bist (Molde, Kristiansund, Trondheim)
  • du einen Roadtrip machst, der logisch daran vorbeiführt
  • du im Herbst hinfährst, wegen der Stürme (dann ist es wirklich spektakulär)
  • du schöne Ingenieurbauten und die Architektur der Rastplätze magst
  • du das ikonische Foto der Storseisundet-Brücke abhaken willst

Nein, wenn:

  • du in Bergen bist und 8 Stunden Fahrt nur dafür in Kauf nehmen würdest
  • du Grandioses erwartest wie den Trollstigen oder den Geiranger
  • du bei ruhigem Wetter mitten im Sommer zur Mittagszeit hinfährst (du wirst enttäuscht sein)
  • du wenig Zeit in Norwegen hast und viele andere Highlights auf der Liste stehen

Also, ich hoffe, dieser Guide hat dir geholfen zu wissen, was dich erwartet. Die Atlantikstraße ist eine nette Etappe auf einem norwegischen Roadtrip, nicht das absolute Meisterwerk, das dir verkauft wird. Aber gut geplant, zur richtigen Jahreszeit, mit den richtigen Stopps, bleibt sie eine schöne Erinnerung.
Gute Fahrt!

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