Mit der Fähre zwischen den Kanarischen Inseln

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Also, gleich vorweg: Auf den Kanaren gibt es 13 Fährlinien, und davon kenne ich genau eine. Eine einzige, und natürlich die kleinste: die Fähre nach La Graciosa, 25 Minuten, nicht mal ein Auto an Bord. Damit gehe ich nicht gerade als alter Seebär durch. Jedenfalls nicht hier. Nicht, weil ich nicht wollte, sondern weil meine Reisen einfach nicht dazu gepasst haben: Lanzarote und La Palma liegen zum Beispiel an genau entgegengesetzten Enden.

Nur sind Fähren und Bootsausflüge mit der Zeit so etwas wie mein Steckenpferd geworden, eben auf anderen Reisen. Ich habe monatelang die norwegischen Fährverbindungen auseinandergenommen – das Ergebnis ist eine ganze Website, und dabei habe ich eines gelernt: Auf solchen Strecken sind die Angaben im Netz sehr oft falsch oder veraltet. Die Kanaren sind da keine Ausnahme. Deshalb habe ich das Thema bei null angefangen, Linie für Linie, direkt bei den Reedereien: Fred. Olsen, Baleària, Líneas Romero.

Kurz zur Einordnung: Dieser Artikel richtet sich vor allem an alle, die mit dem Auto unterwegs sind. Wenn du einen Mietwagen hast und ihn von einer Insel zur nächsten mitnehmen willst, ist die Fähre nicht eine Option unter vielen, sondern die einzige. Wenn du ohne Auto reist, kommst du hier auch auf deine Kosten: Das Flugzeug wird für dich wahrscheinlich interessanter sein, aber alle Infos, die dich betreffen, findest du trotzdem hier.

Sonnenuntergang auf La Palma mit Blick Richtung Teneriffa

Welche Fährlinien verbinden die Kanarischen Inseln?

⛴️ Die Fährverbindungen zwischen den Kanarischen Inseln

Klick auf eine Linie auf der Karte – oder auf einen Inselnamen darunter – für Dauer, Reedereien, Preis und Buchung. Zoomen per +/− oder Mausrad, nachdem du in die Karte geklickt hast.

Fahrzeiten, Frequenzen und Reedereien im August 2026 direkt bei den Reedereien recherchiert. Einstiegspreise für Nicht-Residenten, pro Person und Fahrt: Den Rabatt von 75 % gibt es nur für Residenten der Kanaren, nicht für Besucher. Die Autopreise habe ich einzeln in den Buchungsmasken der Reedereien herausgesucht, denn keine veröffentlicht eine Preisliste für Fahrzeuge.

Alle 13 Fährverbindungen auf einen Blick vergleichen

Die Karte beantwortet gut die Frage „Ich will von dieser Insel auf jene“. Weniger gut beantwortet sie „Zeig mir alles, und zwar schnell“. Deshalb hier das ganze Netz auf einer Seite, sortiert nach Sternnetz.

Ein kleiner Hinweis zum Lesen: Ich führe jede Überfahrt nur in eine Richtung auf, aber natürlich fahren die Schiffe in beide. Doppelt aufgeführt wären es 26 Zeilen für 13 Schiffe gewesen.

Sternnetz West – alles startet in Los Cristianos (Teneriffa)

Keine dieser drei Inseln ist mit den anderen verbunden: Alles läuft über Teneriffa.

ÜberfahrtDauerAbfahrtenReedereienAuto + 1 Pers.
Teneriffa → La GomeraLos Cristianos → San Sebastián50 Min.5/TagFred. Olsen · Baleàriaab 60 €Vergleichen
Teneriffa → La PalmaLos Cristianos → Santa Cruz de La Palma2 Std. 30 Min.4/TagFred. Olsen · Baleàriaab 62 €Vergleichen
Teneriffa → El HierroLos Cristianos → Puerto de La Estaca2 Std. 20 Min.täglichFred. Olsen · Baleàriaab 77 €Vergleichen

Das Scharnier – die einzige Verbindung zwischen den beiden Hälften des Archipels

Zwei Reedereien, zwei verschiedene Häfen, 16 € Unterschied.

ÜberfahrtDauerAbfahrtenReedereienAuto + 1 Pers.
Gran Canaria → TeneriffaAgaete → Santa Cruz1 Std. 20 Min.8/TagFred. Olsenab 54 €Vergleichen
Gran Canaria → TeneriffaLas Palmas → Santa Cruz1 Std. 40 Min.8/TagBaleàriaab 70 €Vergleichen

Sternnetz Ost – rund um Las Palmas (Gran Canaria)

Die langen Überfahrten im Netz, darunter zwei Nachtfähren mit Kabinen.

ÜberfahrtDauerAbfahrtenReedereienAuto + 1 Pers.
Fuerteventura → Gran CanariaMorro Jable → Las Palmas2 Std.4/TagFred. Olsen · Baleàriaab 72 €Vergleichen
Fuerteventura → Gran CanariaPuerto del Rosario → Las Palmas · nachts6 Std. 15 Min.1/TagBaleàriaab 77 €Vergleichen
Lanzarote → Gran CanariaArrecife → Las Palmas · nachts6–10 Std.täglichBaleàriaab 126 €Vergleichen
Fuerteventura → LanzarotePuerto del Rosario → Arrecife · 3 Uhr nachts2 Std.1/WocheBaleàriaab 47 €Vergleichen

Die Inselfähren vor Ort – ohne Umweg über eine Hauptstadt

Kurz, häufig, und zwei davon ohne Autos an Bord.

ÜberfahrtDauerAbfahrtenReedereienAuto + 1 Pers.
Lanzarote → FuerteventuraPlaya Blanca → Corralejo25–35 Min.12/TagFred. Olsen · Baleària · Romeroab 43,70 €Vergleichen
Lanzarote → La GraciosaÓrzola → Caleta de Sebo25 Min.9/TagRomero · Biosferakeine AutosVergleichen
Fuerteventura → LobosCorralejo → Isla de Lobos · Genehmigung15 Min.mehrmals/TagRomerokeine AutosVergleichen
La Gomera, SüdküsteSan Sebastián · Playa Santiago · Valle Gran Rey30–70 Min.3/TagFred. Olsenkeine AutosVergleichen

Preis Auto + 1 Person, einfache Fahrt, Tarif für Nicht-Residenten, im August 2026 in den Buchungsmasken der Reedereien recherchiert. Richtwerte: Der aktuelle Preis hängt vom Datum ab und erscheint bei der Buchung.

Sonnenuntergang über La Graciosa, Kanarische Inseln

Warum haben die Kanaren zwei getrennte Fährnetze?

Also, das musst du unbedingt verstehen, bevor du eine Route planst. Und auf den ersten Blick ist es gar nicht so offensichtlich.

Man stellt sich die Kanaren gern als Inselkette vor, in der jede Insel mit der nächsten verbunden ist. Tja, ganz und gar nicht. Es sind zwei getrennte Sternnetze, mit einem einzigen Berührungspunkt.

Im Westen dreht sich alles um Teneriffa, genauer um Los Cristianos, im Süden der Insel. La Gomera, La Palma und El Hierro sind mit diesem Hafen verbunden – und mit nichts anderem. Keine direkte Fähre fährt von La Gomera nach La Palma. Keine von La Palma nach El Hierro. Keine von La Gomera nach El Hierro. Trotzdem verkaufen die Reedereien diese Strecken: Das sind Tickets mit Umstieg, keine direkten Überfahrten. Um von einer dieser Inseln zur anderen zu kommen, musst du zurück über Teneriffa. Jedes Mal.

Im Osten dreht sich alles um Las Palmas, dazu kommt die Fähre Corralejo – Playa Blanca, die Fuerteventura direkt mit Lanzarote verbindet – die nützlichste Überfahrt des Archipels, wenn du beide Inseln nacheinander besuchst.

Und zwischen den beiden Hälften: ein einziges Scharnier, Teneriffa – Gran Canaria.

Wenn du also von Lanzarote – La Palma per Schiff geträumt hast: Das sind drei Überfahrten und zwei Tage deines Urlaubs. Ehrlich gesagt, nimm das Flugzeug – und wenn du das Auto unbedingt behalten willst, überdenk lieber deine Route, statt dir das anzutun.

Welcher Hafen liegt auf welcher Insel?

Die Hafennamen auf den Kanaren sind eine echte Fehlerquelle beim Buchen. Santa Cruz de Tenerife und Santa Cruz de La Palma sind zwei verschiedene Häfen auf zwei verschiedenen Inseln, und die Buchungsportale zeigen sie oft direkt untereinander an. Behalte diese Tabelle griffbereit:

Hafen Insel
Las Palmas, Agaete Gran Canaria
Santa Cruz de Tenerife, Los Cristianos Teneriffa
Santa Cruz de La Palma La Palma
San Sebastián, Playa Santiago, Valle Gran Rey La Gomera
Puerto de La Estaca El Hierro
Arrecife, Playa Blanca, Órzola Lanzarote
Corralejo, Puerto del Rosario, Morro Jable Fuerteventura
Caleta de Sebo La Graciosa
Huelva, Cádiz Andalusien, auf dem Festland

 

Zwei Fallen, die du dir merken solltest. Las Palmas liegt auf Gran Canaria, nicht auf La Palma – das sind zwei Inseln, 300 Kilometer voneinander entfernt. Und Puerto del Rosario ist die Hauptstadt von Fuerteventura, nicht zu verwechseln mit Puerto de La Estaca auf El Hierro.

Welche Reedereien fahren zwischen den Kanarischen Inseln?

Drei Gruppen von Reedereien teilen sich den Archipel.

Fred. Olsen Express, der Klassiker. Eine norwegische Reederfamilie, die seit Jahrzehnten auf Teneriffa sitzt, mit schnellen Trimaranen, die bis zu 38 Knoten schaffen. Sieben Verbindungen. Fred. Olsen fährt Teneriffa – Gran Canaria in einer Stunde und 20 Minuten und hat die schnellste Flotte der Kanaren.

Baleària Canarias, und hier aufgepasst, denn das ist ganz frisch: Am 18. Mai 2026 hat Baleària das Kanaren-Geschäft von Armas Trasmediterránea übernommen. Beide Marken laufen während der Übergangszeit noch parallel, aber es gibt nicht mehr zwei konkurrierende Netze, sondern nur noch eines. Neun Verbindungen, tagsüber Fast Ferries auf den kurzen Strecken und richtige Schiffe mit Kabinen für die Nachtüberfahrten. Wenn du auf die Website von Armas gehst, findest du zwar noch die Strecken auf den Kanaren, landest aber ganz unauffällig auf der Website von Baleària.

Líneas Romero und Biosfera Express: zum Schluss die Kleinen aus dem Norden von Lanzarote. La Graciosa ab Órzola, Lobos ab Corralejo, und Líneas Romero fährt außerdem Corralejo – Playa Blanca.
Echte Konkurrenz, die gibt es nur auf fünf Linien: den dreien ab Los Cristianos, Corralejo – Playa Blanca und Morro Jable – Las Palmas. Überall sonst herrscht Monopol. Und das merkst du an den Preisen.

Am witzigsten ist Teneriffa – Gran Canaria: Die beiden Reedereien konkurrieren hier von verschiedenen Häfen aus. Fred. Olsen legt in Agaete im Nordwesten an und spart 20 Minuten auf dem Wasser. Baleària kommt in Las Palmas an, mitten in der Stadt. Nur liegt Agaete gut 30 Kilometer von der Hauptstadt entfernt – Fred. Olsen setzt deshalb einen kostenlosen Shuttlebus ein, um das auszugleichen.
Wenn du nach Las Palmas willst, ist der Vorteil also weg. Wenn du in den Norden der Insel willst, ist er echt. Welcher Hafen besser passt, hängt vor allem davon ab, wo du übernachtest. Die Viertel stelle ich übrigens ausführlich vor: Unterkünfte auf Gran Canaria und Unterkünfte auf Lanzarote.

Was kostet eine Fähre zwischen den Kanarischen Inseln?

Das hier habe ich herausgesucht, jeweils für die einfache Fahrt zum Tarif für Nicht-Residenten. Die Spalte, die dich interessiert, ist wahrscheinlich die letzte: Das ist der echte Preis für ein Auto mit Fahrer. Ich habe aber auch die Preise ohne Auto aufgeführt.

In Klammern steht, bei welcher Reederei ich den Preis gefunden habe, denn – du wirst sehen – auf manchen Strecken ist nicht dieselbe Reederei die günstigste. Jede Überfahrt verlinkt auf einen Vergleichsrechner für deine Reisedaten:

Überfahrt Dauer Zu Fuß Auto + 1 Pers.
Órzola – La Graciosa 25 Min. 16 € — keine Autos
Playa Blanca – Corralejo 25–35 Min. 31 € 43,70 € (Bal.) · 46 € (F.O.)
Puerto del Rosario – Arrecife 2 Std. 15 Min., 1×/Woche — 47 € (Bal.)
Agaete – Santa Cruz de Tenerife 1 Std. 20 Min. 48 € 54 € (F.O.)
Los Cristianos – San Sebastián de La Gomera 50 Min. 40 € 60 € (F.O.) · 61 € (Bal.)
Los Cristianos – Santa Cruz de La Palma 2 Std. 30 Min. 49 € 62 € (F.O.) · 62,50 € (Bal.)
Las Palmas – Santa Cruz de Tenerife 1 Std. 40 Min. 60 € 70 € (Bal.)
Morro Jable – Las Palmas 2 Std. 55 € 72 € (F.O.) · 77 € (Bal.)
Los Cristianos – Puerto de La Estaca 2 Std. 20 Min. — 77 € (F.O.)
Puerto del Rosario – Las Palmas 6 Std. 15 Min., nachts 62 € 77 € (Bal.)
Arrecife – Las Palmas 6–10 Std., nachts 112 € 126 € (Bal.)

 

F.O. = Fred. Olsen Express, Bal. = Baleària Canarias. Wo zwei Preise stehen, fahren beide Reedereien die Strecke, und ich habe beide herausgesucht.

Schau dir die rechte Spalte also genau an, denn da steckt einiges drin.
Zuerst die gute Überraschung: Auf Agaete – Santa Cruz kostet das Auto nur sechs Euro mehr als das Ticket ohne Auto. Anderswo liegt der Aufpreis zwischen zehn und zwanzig Euro. Anders gesagt: Dein Auto zwischen Gran Canaria und Teneriffa mitzunehmen, kostet ungefähr so viel wie ein Sandwich. Vergleich das mal damit, den Wagen zurückzugeben, zu fliegen und am Ziel einen neuen zu mieten…

Dann der Vergleich zwischen den Reedereien. Auf Gran Canaria – Teneriffa fahren die beiden Reedereien nicht vom selben Hafen ab, und der Unterschied ist gewaltig: 54 Euro über Agaete bei Fred. Olsen, 70 Euro über Las Palmas bei Baleària. Sechzehn Euro Unterschied für dieselben zwei Inseln. Wenn du nicht ausgerechnet in Las Palmas übernachtest, fahr über Agaete – der Shuttlebus ist inklusive, und du sparst den Preis für ein gutes Essen.

Auf Fuerteventura – Gran Canaria gilt dieselbe Logik: 72 Euro ab Morro Jable bei Fred. Olsen gegenüber 77 Euro bei Baleària ab demselben Hafen. Baleària hat aber einen Trumpf, den Fred. Olsen nicht hat – die Nachtfähre ab Puerto del Rosario, ebenfalls für 77 Euro. Wenn du im Zentrum oder im Norden von Fuerteventura wohnst, sind die zwei Stunden Fahrt bis Morro Jable, die du dir sparst, die fünf Euro Unterschied locker wert.

Und auf Corralejo – Playa Blanca ist es umgekehrt: Baleària ist günstiger, mit 43,70 Euro gegenüber 46 Euro bei Fred. Olsen. Der Unterschied ist gering, und auf dieser Strecke zählt vor allem der Fahrplan – jede Reederei fährt ungefähr alle zwei Stunden, das macht bis zu zwölf Überfahrten pro Tag, wenn du alle drei zusammenzählst.

Auf den beiden Strecken ab Los Cristianos sind die Preise dagegen fast identisch. Nach La Gomera 60 Euro bei Fred. Olsen gegenüber 61 Euro bei Baleària. Nach La Palma 62 gegenüber 62,50 Euro. Ein Euro Unterschied, also praktisch nichts: Auf diesen beiden Überfahrten nimmst du einfach die Fähre, die zeitlich am besten passt. Und Auswahl gibt es – bis zu fünf Abfahrten pro Tag nach La Gomera, vom Morgen bis zum frühen Abend.

Eine letzte Strecke verdient ein paar Worte: Arrecife – Las Palmas für 126 Euro mit Auto, mit Abstand die teuerste Strecke des Archipels – und das ist logisch: sechs bis zehn Stunden auf See, nachts, auf einem richtigen Schiff mit Kabinen. Wenn du mit dem Auto von Lanzarote nach Gran Canaria musst, ist das die einzige direkte Fähre. Und nein, ein Umweg über Fuerteventura spart dir nichts: 47 Euro für Puerto del Rosario – Arrecife plus 77 Euro für Puerto del Rosario – Las Palmas macht 124 Euro, also zwei Euro weniger als die Direktverbindung. Praktisch nichts.

Zumal diese Strecke Puerto del Rosario – Arrecife, die ich der Ehrlichkeit halber in die Tabelle aufgenommen habe, keine echte Option ist: eine einzige Abfahrt pro Woche, montags um 3 Uhr morgens, Ankunft um 5:15 Uhr. Um von Fuerteventura nach Lanzarote zu kommen, nimmst du Corralejo – Playa Blanca, Punkt. Ich erwähne sie vor allem, damit du nicht zufällig darüber stolperst und glaubst, du hättest ein Schnäppchen gefunden.

Wenn du Lanzarote und Gran Canaria wirklich mit Zwischenstopp verbinden willst, mach es in drei Etappen über Corralejo und dann Morro Jable, und plan dort eine Übernachtung ein. Das ist eine Urlaubsroute, keine Abkürzung.

Und jetzt die Falle, denn es gibt eine große. Bei der Suche stößt du auf Preise von 11, 13 oder 15 Euro, riesig angezeigt auf den Websites der Reedereien. Du denkst dir: klasse, geschenkt! Tja, nein. Das sind die Preise für Residenten, und die gelten nicht für dich.

Wer auf den Kanaren lebt, bekommt 75 % Rabatt auf die Überfahrten zwischen den Inseln. Das ist keine Werbeaktion, sondern eine staatliche Förderung: 50 % zahlt der spanische Staat, weitere 25 % legt die Regierung der Kanaren drauf. Und die Bedingung ist nicht die Staatsangehörigkeit – sondern der tatsächliche Wohnsitz auf den Kanaren, den die Reederei am Schalter kontrolliert. Wer in Deutschland lebt, hat keinen Anspruch darauf, auch nicht als Spanier. Wer als Deutscher fest auf Teneriffa wohnt, schon.

Kurz gesagt: Der kleine Preis auf diesen Websites ist nie für dich.

Noch ein Hinweis zur Tabelle: Ich habe die beiden Spalten nicht zum selben Zeitpunkt herausgesucht, und der Preis ohne Auto und der Preis mit Auto gehören nicht immer zur selben Ticketklasse. Der Unterschied zwischen beiden gibt also eine Größenordnung für den Fahrzeugaufpreis – verlässlich genug für deine Entscheidung, aber nicht auf den Euro genau.

Achte beim Buchen wirklich darauf, „Nicht-Resident“ anzukreuzen

Das eigene Auto auf der Fähre mitnehmen

Du hast es gemerkt: Das ist der Kern des Themas. Und gleichzeitig der Punkt, bei dem sich die Reedereien am bedecktesten halten.

Bevor du überhaupt ans Mitnehmen denkst, brauchst du erst mal einen Wagen: Ich habe Vermieter und Preise verglichen, und zwar für einen Mietwagen auf Gran Canaria, aber auch für Lanzarote, wo ein Mietwagen wirklich wenig kostet.

Dann rechnen die Reedereien nach Größenklasse ab, nicht nach Metern. Bei Fred. Olsen ist ein „Turismo“ niedriger als 1,90 Meter und kürzer als fünf Meter. Überschreitest du auch nur eine der beiden Grenzen, landest du in der Kategorie „großes Fahrzeug“, und die ist deutlich teurer. Motorräder und Roller haben einen eigenen Tarif. Wenn du also eine Dachbox oder einen Van hast: Miss nach, bevor du buchst, nicht erst am Schalter.

Und jetzt muss ich ehrlich zu dir sein: Keine Reederei veröffentlicht eine fertige Preisliste für Autos. Die Preise auf den Startseiten sind Residentenpreise oder einzelne Sonderangebote. Die elf Zahlen aus der Tabelle oben habe ich mir einzeln aus den Buchungsmasken von Fred. Olsen und Baleària geholt, jedes Mal mit Häkchen bei „Nicht-Resident“ – nur dort erscheint der echte Preis.

Nebenbei eine gute Nachricht: Der Fahrzeugaufpreis ist viel moderater, als man befürchtet. Zwischen zehn und zwanzig Euro auf den meisten Strecken, nur sechs Euro zwischen Agaete und Santa Cruz. Man stellt sich immer vor, dass das Auto die Rechnung verdoppelt; in Wirklichkeit erhöht es sie um etwa ein Viertel.

Drei Dinge, bevor du dein Auto an Bord bringst:

Reservier den Fahrzeugplatz im Voraus, denn die Plätze sind begrenzt und im Sommer schnell weg. Sei 40 Minuten vor der Abfahrt am Hafen, statt 20 Minuten ohne Auto – und wer zu spät kommt, ist die Reservierung los, ohne Diskussion.

Und vor allem: Prüf deinen Mietvertrag: Einen Mietwagen auf eine andere Insel mitzunehmen, ist nicht immer erlaubt, und wenn doch, kann es richtig teuer werden. Ich habe den Trick mit dem Wagen, den man auf einer Insel abholt und auf einer anderen abgibt, ausprobiert – nachzulesen in meinem Artikel über Mietwagen auf Lanzarote: zack, 380 Euro! Das klärst du besser vorher.

Und ein letzter Punkt, den man gern vergisst: Mit Fahrzeug ist dein Gepäck nicht mehr begrenzt. Ohne Auto sind es 20 Kilo pro Person.

Blick vom Mirador del Río auf La Graciosa, Lanzarote
Vulkane im Timanfaya-Nationalpark, Lanzarote, Kanaren
discover cars Günstiger Mietwagen auf den Kanarischen Inseln

Fähre oder Flugzeug: Hast du ein Auto dabei?

Sieben von acht Inseln haben einen Flughafen. Binter fliegt sie alle an, Canaryfly bedient acht dieser Verbindungen ebenfalls, aber keine einzige zusätzlich. Auf dem Papier schlägt das Flugzeug alles: 40 Minuten Flug gegen zweieinhalb Stunden auf See.

Nur ist das nicht die eigentliche Frage. Entscheidend ist, ob du mit dem Auto unterwegs bist.

Mit dem Auto unterwegs: ganz klar die Fähre nehmen

Wenn du einen Mietwagen hast und auf der nächsten Insel weiterfahren willst, gibt es nichts zu vergleichen. Mit dem Flugzeug müsstest du den Wagen zurückgeben, fliegen und am Ziel einen neuen mieten. Das heißt: zwei Verträge statt einem, zweimal an den Schalter, zwei Übergabeprotokolle, zwei Selbstbeteiligungen – und oft eine saftige Gebühr, wenn du das Auto nicht bei der Station zurückgibst, wo du es abgeholt hast. Ich habe das ausprobiert: zack, 380 Euro.

Die Fähre dagegen nimmt dich mitsamt vollgeladenem Auto mit, das Gepäck drin, die Kindersitze eingebaut. Du fährst die Rampe runter und weiter geht’s.

Wenn du fährst, musst du also nur auf eines achten: ob es eine direkte Fähre gibt. Wenn ja, nimm sie:

Du willst von… …nach Die Fähre Dein Auto + du
Lanzarote Fuerteventura 25 Min., bis zu 12/Tag ab 43,70 €
Gran Canaria Teneriffa 1 Std. 20 Min., bis zu 8/Tag ab 54 €
Fuerteventura Gran Canaria 2 Std., bis zu 4/Tag ab 72 €
Lanzarote Gran Canaria nachts, Kabinen ab 126 €
Teneriffa La Gomera 50 Min., bis zu 5/Tag ab 60 €
Teneriffa La Palma 2 Std. 30 Min., bis zu 4/Tag ab 62 €
Teneriffa El Hierro 2 Std. 20 Min., täglich ab 77 €

Schau dir diese Beträge mal kurz an: Sechs der sieben Verbindungen bringen dich und dein Auto für weniger als 80 Euro hinüber. Einmal zur Mietwagenstation und zurück, um ein Auto abzugeben und ein anderes zu holen, kostet allein an Gebühren schon mehr – die Zeit nicht mitgerechnet.

Ja, Teneriffa – La Palma dauert zweieinhalb Stunden statt 40 Minuten Flug. Aber mit deinem Auto an Bord ersetzen diese zweieinhalb Stunden einen halben Tag Formalitäten und einen zweiten Mietvertrag. Die Rechnung sieht dann ganz anders aus.

Ohne Auto unterwegs: lieber das Flugzeug nehmen

Wenn du die Inseln zu Fuß, mit dem Bus oder mit organisierten Ausflügen abklapperst, gibt es wenig Gründe, dir zweieinhalb Stunden auf See anzutun, um nach La Palma oder El Hierro zu kommen. Nimm auf diesen langen Diagonalen das Flugzeug und heb dir die Fähre für die kurzen Sprünge auf, wo sie sowieso die beste Option bleibt.

Es hängt allerdings auch davon ab, wo du wohnst: Wenn dich die Fähre direkt in die Nähe deiner Unterkunft bringt, lohnt sie sich eher als das Flugzeug.

Gut zu wissen: Die Flüge sind superschnell und eigentlich günstig, aber wenn du erst in letzter Minute buchst, können die Preise schnell steigen.

Ohne Auto mit der Fähre zu fahren, ergibt Sinn, wenn du es gemütlich angehen lässt und dir gern Zeit nimmst.

Keine direkte Fähre zwischen deinen Inseln: ohne Zögern fliegen

Das ist die häufigste Falle, und sie betrifft 14 von 21 Inselpaaren. Keine Fähre verbindet Lanzarote direkt mit Teneriffa, Fuerteventura mit Teneriffa, Gran Canaria mit La Palma, La Gomera mit La Palma oder El Hierro mit irgendeiner anderen Insel als Teneriffa.

Auf diesen Strecken müsstest du mit der Fähre zwei oder drei Überfahrten mit Umstieg machen – rechne mit einem ganzen Tag. Das Flugzeug schafft das in einer Stunde. Selbst mit Mietwagen lohnt es sich oft eher, ihn zurückzugeben und einen neuen zu nehmen.

Ein Fall verdient besondere Erwähnung: Zwischen La Gomera und La Palma gibt es weder eine direkte Fähre noch einen Direktflug. In beiden Fällen geht es über Teneriffa.

Wann ist die Fähre trotzdem die beste Wahl?

La Graciosa. Kein Flughafen, keine Landebahn, nichts. Das Schiff ist der einzige Zugang. Punkt.

Lanzarote – Fuerteventura. Zwei Nachbarinseln, elf Kilometer Wasser dazwischen – und kein einziger Direktflug. Null! Mit dem Flugzeug musst du einen Umweg über Gran Canaria oder Teneriffa machen, und schon ist ein halber Tag weg. Die Fähre braucht 25 Minuten und fährt bis zu zwölfmal am Tag. Da stellt sich die Frage ehrlich gesagt gar nicht.

La Gomera. Der Flughafen der Insel liegt 34 Kilometer von San Sebastián entfernt, irgendwo im Süden. Der Hafen dagegen liegt mitten in der Stadt. Fünfzig Minuten mit der Fähre ab Los Cristianos, und du bist im Zentrum. Das Flugzeug setzt dich dagegen irgendwo in den Bergen ab.

Weg zum Flughafen und Gepäck mit einrechnen

Der Check-in bei Inlandsflügen ist überraschend unkompliziert: Binter schließt das Boarding 30 Minuten vor Abflug, was den Unterschied verringert. Aber die Flughäfen liegen nicht in der Stadt – 18 Kilometer auf Gran Canaria, zehn Kilometer bei Teneriffa Nord –, während die Häfen von Las Palmas, Santa Cruz oder San Sebastián mitten im Zentrum liegen. Und beim Gepäck: Binter erlaubt im Basistarif nur acht Kilo Handgepäck, ohne Aufgabegepäck, während du auf der Fähre 20 Kilo mitnehmen darfst – und unbegrenzt, wenn du mit dem Auto unterwegs bist.

Noch ein Wort zu den Flugpreisen, denn ich will dir keinen Schein-Vergleich verkaufen: Binter veröffentlicht keine Preise für einfache Flüge zwischen den Inseln, nur einen Airpass für 40 Euro pro Flug bei mindestens drei Flügen. Canaryfly zeigt Kalender mit Preisen zwischen 13 und 24 Euro an, ohne je zu sagen, ob das der Residententarif ist oder deiner. Ein Preisvergleich mit festen Zahlen steht deshalb auf wackligen Füßen. Der einzige echte Test: deine Reisedaten in beiden Buchungsmasken.

Blick in die Schlucht vom Mirador Degollada de las Yeguas, eine der schönsten Landschaften Gran Canarias
Weiße Häuser und Bougainvillea in Puerto de Mogán

Ist ein Tagesausflug mit der Fähre machbar?

Diese Frage bekomme ich oft. Und die Antwort hängt ganz von der Strecke ab.

Ein Tipp vor der Liste: Für einen Tagesausflug lass das Auto am Hafen stehen und fahr ohne. Du sparst den Fahrzeugtarif in beide Richtungen, und auf Inseln wie La Graciosa dürftest du mit dem Auto ohnehin nicht von Bord. Es ist übrigens absolut machbar, Lanzarote ohne Auto zu besuchen, mit Bussen und Ausflügen.

Mit Kindern stellt sich die Frage anders – kurze Überfahrten sind kein Problem, sechs Stunden in der Nacht schon eher. Mehr dazu in meinem Artikel Lanzarote mit Kindern.

Ja, problemlos: Lanzarote → Fuerteventura (25 Minuten, bis zu zwölf Abfahrten pro Tag, du fährst morgens los und bist ganz entspannt zum Abendessen zurück), Lanzarote → La Graciosa (25 Minuten, neun Abfahrten, hin und zurück an einem Tag ist hier sogar der Normalfall), Teneriffa → La Gomera (50 Minuten, bis zu fünf Abfahrten, ein schöner, gut gefüllter Tag).

Ja, aber knapp: Gran Canaria ↔ Teneriffa (eine Stunde 20 bis eine Stunde 40, bis zu acht Abfahrten). Machbar, aber du verbringst drei Stunden auf dem Wasser. Nur sinnvoll, wenn du auf der anderen Seite etwas Bestimmtes vorhast.

Nein, vergiss es: Teneriffa → La Palma und Teneriffa → El Hierro (zwei Stunden 20 bis zwei Stunden 30 pro Richtung, und nur wenige Abfahrten). Du wärst fünf Stunden auf dem Schiff für drei Stunden vor Ort. Auf diesen Inseln übernachtest du, Punkt.

Und erst recht nicht: alles, was nachts mit Kabine fährt, also Arrecife – Las Palmas und Puerto del Rosario – Las Palmas. Das sind keine Ausflüge, das sind Etappen.

Welche zwei Überfahrten sind schon für sich ein Erlebnis?

Meine einzige Überfahrt: nach La Graciosa übersetzen

Na gut, das ist die einzige, die ich selbst gemacht habe, deshalb erzähle ich dir aus erster Hand davon.

Geplant hatte ich sie gar nicht. Es war der Blick vom Mirador del Río, der mich mitten im Urlaub umplanen ließ – von dort oben siehst du die ganze Insel, mitten im türkisblauen Wasser, und denkst dir: Da muss ich hin. Am Ende habe ich zwei Nächte dort verbracht, im Januar.

Die Überfahrt startet in Órzola, ganz im Norden von Lanzarote. Líneas Romero gibt 25 Minuten an – rechne eher mit einer halben Stunde von Kai zu Kai, Boarding inklusive, das ist auch die Dauer, die du bei den Ticketportalen siehst. Neun Abfahrten pro Tag, 16 Euro für die einfache Fahrt und 29 Euro hin und zurück. Das Schiff fährt an der Steilküste des Risco de Famara entlang – 600 Meter Basalt, die senkrecht ins Wasser stürzen – und das ist schon für sich ein echtes Spektakel!

Und bei der Ankunft: keine Autos. Weder deins noch sonst eins: Die Gemeinde Teguise begrenzt den motorisierten Verkehr, die Straßen sind nicht mal asphaltiert. Du kommst zu Fuß oder mit dem Fahrrad an, und genau das macht den Charme der Insel aus! Ich habe einen ganzen Artikel darüber geschrieben, falls dich die Insel reizt, und natürlich ist sie auch auf meiner Karte von Lanzarote eingezeichnet, zusammen mit meinen anderen Lieblingsorten.

Nach Lobos nur mit Genehmigung übersetzen

Diese Überfahrt habe ich nicht gemacht, aber sie braucht Vorbereitung, und das merkt man leicht zu spät.

Die kleine Insel Lobos gegenüber von Corralejo steht unter Schutz, und der Zugang ist begrenzt. Du brauchst eine kostenlose Genehmigung des Cabildo de Fuerteventura, die du mindestens drei Tage im Voraus über die Plattform Lobos Pass beantragst. Die Obergrenze liegt bei 200 Besuchern gleichzeitig, verteilt auf zwei Zeitfenster von vier Stunden, also höchstens 400 Personen pro Tag.

Ohne Genehmigung nimmt dich die Reederei nicht mit. Punkt. Das ist umständlich, und genau deshalb ist die Insel geblieben, wie sie ist.

Ich erwähne auch die Küstenfähre von La Gomera, eine Mini-Fähre, die San Sebastián, Playa Santiago und Valle Gran Rey entlang der Südküste verbindet. Autos nimmt sie nicht mit – höchstens acht Roller –, aber sie erspart dir eine ziemlich anstrengende Bergstraße. Preis: 15 Euro pro Fahrt.

Sonnenuntergang auf La Graciosa
Blick auf La Graciosa von einem Aussichtspunkt auf Lanzarote

Vom spanischen Festland mit der Fähre auf die Kanaren fahren

Jetzt das schöne Szenario, und vielleicht das größte Geschenk, das die Fähre einem Reisenden mit Auto machen kann: Du kannst die Kanaren vom spanischen Festland aus auf dem Seeweg erreichen, mit deinem eigenen Fahrzeug.

Kein Mietwagen, kein Vertrag, keine Selbstbeteiligung mehr. Du packst dein Auto zu Hause, fährst bis nach Andalusien, gehst an Bord und kommst auf Teneriffa an, mit deinen Sachen, den Fahrrädern auf dem Dach und den Kindersitzen an ihrem Platz. Für einen Aufenthalt von drei Wochen oder zum Überwintern wird die Rechnung schnell interessant.

Abfahrtshafen ist Huelva, im Westen Andalusiens zwischen Sevilla und der portugiesischen Grenze. Fred. Olsen Express und Baleària betreiben die Strecke gemeinsam, mit zwei Schiffen, der Marie Curie und der Buenavista Express. Das zweite Schiff gibt eine Vorstellung von den Dimensionen: 172 Meter, 1.250 Passagiere, 390 Fahrzeuge und über 200 Kabinen.

Zwei Ziele ab Huelva: Santa Cruz de Tenerife in 33 Stunden direkt, und Las Palmas in 40 Stunden, mit vier Stunden Zwischenstopp. Rechne mit drei Abfahrten pro Woche, im Sommer vier.

An Bord wählst du deinen Komfort: Standardsessel, Premiumsessel, „Sleep Lounge“ oder Innen-, Außen- und Superior-Kabine. Eine Kabine ist keine Pflicht – aber bei 33 Stunden auf See kannst du dir denken, was ich nehmen würde. Und das Beste: keine Gepäckbegrenzung, denn alles bleibt im Auto.

Eine ehrliche Einschränkung, denn die beiden Reedereien erzählen nicht ganz dasselbe. Fred. Olsen spricht nur von Huelva, aber auf der Linienseite von Baleària stehen Abfahrten ab Cádiz nach Teneriffa, Gran Canaria, Lanzarote und La Palma – ohne Huelva zu erwähnen. Beide Häfen scheinen also aktiv zu sein, in Cádiz wahrscheinlich als Erbe des Netzes von Trasmediterránea und dann Baleària. Prüf den Abfahrtshafen bei der Buchung, statt dich auf einen Artikel zu verlassen, diesen hier eingeschlossen.

Noch ein letzter praktischer Punkt: Im Sommer buchst du diese Überfahrten am besten lange im Voraus. Drei Abfahrten pro Woche und 390 Fahrzeugplätze sind schnell weg, wenn alle gleichzeitig losfahren.

Ein guter Grund, deinen Urlaub zu verschieben, wenn du noch flexibel bist. Die Kanaren sind das ganze Jahr über angenehm – die einzelnen Monate habe ich in Beste Reisezeit für Lanzarote beschrieben – und sie stehen weit oben unter meinen Reisezielen für einen Urlaub im September ebenso wie für die Herbstferien. Außerhalb von Juli und August sind die Schiffe weniger voll und die Preise niedriger.

FAQ – Häufige Fragen zu den Fähren auf den Kanaren

Solltest du deine Fähre auf den Kanaren im Voraus buchen?
Ohne Auto außerhalb der Saison: nicht unbedingt nötig. Mit Auto oder für jede Überfahrt im Juli und August: ja, ohne zu zögern. Die Fahrzeugplätze sind begrenzt und lange vor dem Abfahrtstag weg. Und auch mit Auto außerhalb der Saison: Geh kein Risiko ein, denn… tja, eine echte Nebensaison gibt es auf den Kanaren eigentlich gar nicht! Touristisch ist es hier immer. Also buch, sobald du deine Daten kennst.

Was kostet eine Fähre auf den Kanaren mit Auto?
Zwischen 43,70 und 126 Euro für die einfache Fahrt, Auto plus Fahrer, zum Tarif für Nicht-Residenten. Am günstigsten ist Corralejo – Playa Blanca, am teuersten Arrecife – Las Palmas, die auch die längste Strecke ist. Auf den meisten kurzen Strecken kannst du mit 50 bis 80 Euro rechnen.

Solltest du dein Auto mitnehmen oder vor Ort ein neues mieten?
Wenn du für mehr als zwei, drei Tage die Insel wechselst und es eine direkte Fähre gibt, nimm es mit. So sparst du dir einen zweiten Vertrag, ein zweites Übergabeprotokoll, eine zweite Selbstbeteiligung und die Einweggebühr, falls du das Auto woanders zurückgibst. Außerdem ist eine lange Miete günstiger als zwei kurze. Für einen Tagesausflug gilt das Gegenteil: Lass es am Hafen stehen und fahr ohne Auto.

Darfst du einen Mietwagen auf eine andere Insel mitnehmen?
Das hängt ganz von deinem Vertrag ab und ist nicht immer erlaubt. Wenn ja, kann die Einwegmiete mit Rückgabe auf einer anderen Insel richtig teuer werden – ich habe es ausprobiert, 380 Euro in meinem Fall. Kläre das, bevor du die Fähre buchst, nie erst am Schalter. Am besten gibst du das Auto aber dort zurück, wo du es abgeholt hast. Das erspart dir ziemlich hohe Gebühren.

Kann man von Deutschland aus mit der Fähre auf die Kanaren fahren?
Nicht direkt. Du fährst mit dem Auto bis nach Andalusien und gehst in Huelva an Bord – oder in Cádiz, je nach Reederei. Rechne mit 33 Stunden auf See bis Teneriffa, mit deinem Auto an Bord und ohne Gepäckbegrenzung.

Welche Inseln haben keine direkte Fährverbindung?
La Gomera, La Palma und El Hierro sind untereinander durch keine Fähre verbunden: Alles läuft über Teneriffa. Und zwischen der Westgruppe (Teneriffa, La Gomera, La Palma, El Hierro) und der Ostgruppe (Gran Canaria, Fuerteventura, Lanzarote) gibt es keine direkte Verbindung außer dem Scharnier Teneriffa – Gran Canaria.

Schaukelt die Fähre auf den Kanaren stark?
Du bist mitten im Atlantik, also ja, es kann schaukeln – vor allem auf dem Meeresarm zwischen Teneriffa und Gran Canaria, der dafür bekannt ist. Wenn du empfindlich bist, nimm lieber eine Fast Ferry als eine konventionelle Fähre oder ein Mittel gegen Reiseübelkeit. Setz dich in die Mitte des Schiffs und nimm das Mittel schon vor dem Boarding.
Aber die Überfahrten sind nie superlang, das wird schon 🙂

Wie früh musst du am Hafen sein?
Ohne Auto 20 Minuten vor der Abfahrt, mit Fahrzeug 40 Minuten. Wer später kommt, ist die Reservierung los.

Gibt es eine Ermäßigung für Touristen?
Nein. Die 75 %, die du überall siehst, gibt es nur für Residenten der Kanaren mit Nachweis. Für Besucher gibt es keine Ermäßigung, egal welche Staatsangehörigkeit sie haben.

Kannst du nach La Graciosa fliegen?
Nein, die Insel hat keinen Flughafen. Die Fähre ab Órzola ist der einzige Zugang.

Fazit

Am Ende läuft alles auf zwei Fragen hinaus:

  • Bist du mit dem Auto unterwegs?
  • Wie sieht deine Route aus?

Wenn du mit dem Auto unterwegs bist und es zwischen den Inseln, die du besuchen willst, direkte Verbindungen gibt, musst du nicht lange überlegen: Nimm die Fähre.

Wenn deine Route dich wie mich nach Lanzarote und La Palma führt, also zu den zwei Inseln, die am weitesten auseinanderliegen (so viel zum Thema gute Planung), kommst du ums Flugzeug natürlich nicht herum.

Wenn du ohne Auto unterwegs bist, bleiben der Fähre drei Strecken, auf denen sie unschlagbar ist: La Graciosa, das keinen Flughafen hat, Lanzarote – Fuerteventura, wo es keinen Direktflug gibt, und La Gomera, wo der Hafen in der Stadt liegt und der Flughafen 34 Kilometer entfernt. Überall sonst nimm ohne schlechtes Gewissen das Flugzeug. Außer du lässt dir gern Zeit, denn zuzusehen, wie die Inseln näher kommen, ist trotzdem wunderschön.

Und in jedem Fall: Vergleiche mit deinen echten Reisedaten. Die Preise auf den Startseiten der Reedereien sind Residententarife, die für dich nicht gelten.

Sobald deine Überfahrten stehen, kommt der schönste Teil: entscheiden, was du auf der anderen Seite sehen willst. Dafür sind meine beiden Karten da – die Lanzarote-Karte und die Gran-Canaria-Karte.

Gute Reise, und falls du nur eine Überfahrt machst: Órzola – La Graciosa. 25 Minuten, und das Gefühl, viel weiter weg zu sein!

Fahrzeiten, Frequenzen, Häfen und Reedereien habe ich im August 2026 bei Fred. Olsen Express, Baleària Canarias, Líneas Romero und Biosfera Express herausgesucht, dazu bei Aena und beim Cabildo de Fuerteventura für die Flughäfen und den Zugang zu Lobos. Die Fahrpläne ändern sich je nach Saison: Prüf vor dem Buchen immer deine Reisedaten.

Mehr zu den Kanarischen Inseln

Ich habe ziemlich viel über die Kanaren geschrieben, vor allem über Lanzarote und Gran Canaria. Hier sind die wichtigsten Artikel, die dir helfen, den Rest der Reise vorzubereiten – den Teil, der beginnt, sobald du von der Fähre runter bist.

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