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Ich gebe es zu: Diese Reise zwischen den Bayerischen Alpen und Tirol war nicht unbedingt lange geplant. Ich hatte ganz kurzfristig Urlaub für die Woche Mitte August bekommen, und wir brauchten einen Ort mit Tapetenwechsel, viel Natur, nicht zu touristisch und nicht zu heiß. Und am besten mit Bergen. So auf den letzten Drücker habe ich hier richtig gute Angebote gefunden, und ehrlich gesagt bereue ich es kein bisschen.
Märchenschlösser, wunderschöne Berge, Natur pur, kleine Alpenorte mit hübschen typischen Chalets und schöne Städte zwischen München und Innsbruck.
Natürlich haben wir eine Woche lang nur gestaunt. Also ja, mit dem Auto aus Frankreich war es ein ganz schönes Stück, aber ehrlich, wir bereuen es nicht.
In diesem Artikel zeige ich dir die Schätze, die man in dieser Region findet. Und das ist nur ein kleiner Vorgeschmack, denn hinter jeder neuen Straße entdeckst du weitere Perlen.
Und falls du gerade deine Reise planst: Am Ende des Artikels findest du eine Route für eine Woche. Die Route, die wir vor der Abreise gern gehabt hätten, mit den Entfernungen und einer Aufteilung, bei der du deinen Urlaub nicht im Auto verbringst.
Los geht’s!

5 Gründe für die Bayerischen Alpen und Nordtirol
- man fühlt sich dort einfach wohl
- die Region ist nicht überlaufen, nicht mal in der Hochsaison
- die Schlösser in Bayern sind traumhaft
- man isst gut, und das Bier ist richtig lecker
- die Kulisse, die Berge: Die Natur ist wunderschön und tut einfach gut
Die Schlösser Ludwigs II., inzwischen UNESCO-Welterbe
Das ist DER Grund, aus dem die meisten Reisenden nach Bayern kommen. Und seit 2025 gibt es noch einen guten Grund mehr: Die UNESCO hat die Schlösser Ludwigs II. ins Welterbe aufgenommen.
Achtung, der Eintrag betrifft vier ganz bestimmte Orte: Neuschwanstein, Linderhof, Herrenchiemsee und das Königshaus am Schachen. Hohenschwangau gehört nicht dazu, aus gutem Grund (dazu weiter unten mehr).
Kurz zur Person, denn ohne ihn gäbe es das alles nicht. Ludwig II. von Bayern schwärmte für Wagner, war fasziniert von Ludwig XIV. und lebte, sagen wir mal, ein bisschen in seiner eigenen Welt. Sein ganzes Leben lang hat er Schlösser gebaut und erträumt und dabei ein gewaltiges Loch in die Staatskasse gerissen. Sogar ein byzantinischer Palast stand auf dem Plan. Er starb 1886 mit 40 Jahren unter nie geklärten Umständen, und seine Baustellen standen von einem Tag auf den anderen still.
Kurz gesagt: Diese Schlösser musst du gesehen haben, und ich stelle sie dir hier vor, um dir Lust darauf zu machen. Alles Praktische (Preise, Warteschlangen, in welcher Reihenfolge du sie besuchst und wie viele Tage du einplanst) steht in einem eigenen Artikel: die Schlösser Ludwigs II. von Bayern besichtigen.
Schloss Neuschwanstein
Das echte Märchenschloss! Schloss Neuschwanstein haut dich wirklich um, mit seiner Lage, seiner Architektur und den vielen Aussichtspunkten rundherum. Ich hatte es schon hundertmal auf Fotos gesehen, aber es vor ein paar Tagen in echt vor mir zu haben, war wirklich einmalig. Ein bisschen wie beim ersten Mal vor Chambord: Das macht echt Eindruck.
Das „kleine“ Problem bei diesem Schloss: Du musst deine Tickets lange im Voraus buchen. Im August lag die Wartezeit bei drei Wochen. Ich musste mich also mit dem Äußeren begnügen, das allein ist schon wunderschön. Was ich nicht wusste: Es gibt hier noch eine andere Ticketverkaufsstelle.
Die Führung selbst soll sehr gut sein, „aber“. Aber sie ist sehr kurz, 20 bis 30 Minuten im Laufschritt, Fotografieren verboten. Das Ganze ist ziemlich durchgetaktet, und ohne Führung kommst du nicht hinein. Na gut, das Innere sieht großartig aus, direkt der Fantasie Ludwigs II. entsprungen. Es lohnt sich also, und ich weiß, dass ich hingehen werde, nach zwei gescheiterten Versuchen 😀
Vor allem: Klapper alle Aussichtspunkte rund ums Schloss ab, die Marienbrücke und den Punkt fünf Minuten dahinter. Magisch! Und das Äußere kostet nichts.
Auf dem Rückweg springst du am besten kurz in den Alpsee oder schnappst dort einfach frische Luft, wirklich schön.
Im nächsten Artikel findest du alle Infos zur Besichtigung von Schloss Neuschwanstein


📍 Füssen · International Ticket & Travel Center (1 Std.)
Ticket ohne Anstehen für das Märchenschloss Ludwigs II.: mit Audioguide auf eigene Faust ab Füssen.
- Audioguide im Schloss
- Ticketabholung am Bahnhof Füssen (Büro ITTC)
- Historische Küche + Panoramabalkon
Kostenlose Stornierung
Ab 45 € pro Person
📍 München · Radius Tours (10 Std.)
Tagesausflug ab München zum Märchenschloss Ludwigs II.: per Zug oder Panoramabus, mit englischsprachigem Guide.
- Hin und zurück ab München per Zug oder Panoramabus
- Englischsprachiger Guide + Einlass ohne Anstehen
- Marienbrücke + Hohenschwangau + Alpsee
Kostenlose Stornierung
79 €Ab 71 € pro Person
📍 München · Gray Line Munich (10–10,5 Std.)
Ein ganzer Tag ab München für die zwei schönsten Schlösser König Ludwigs II.: Neuschwanstein und Linderhof.
- 2 Schlösser Ludwigs II. an einem Tag
- Audioguide u. a. auf Deutsch, Französisch, Italienisch, Japanisch
- Fahrt über Oberammergau und die Bayerischen Alpen
Kostenlose Stornierung
Ab 76 € pro Person
Schloss Hohenschwangau
Direkt gegenüber von Neuschwanstein (für mich als Franzosen ein echter Zungenbrecher) liegt Schloss Hohenschwangau (das geht mir übrigens genauso schwer über die Lippen). Kurze Klarstellung, die erklärt, warum es nicht auf der UNESCO-Liste steht: Es ist kein Schloss Ludwigs II. Sein Vater, Maximilian II., hat die mittelalterliche Ruine zwischen 1832 und 1836 wieder aufbauen lassen. Ludwig II. ist hier aufgewachsen, und beim Blick auf diese Berge hat er sich Neuschwanstein ausgedacht, direkt gegenüber. Schon allein deshalb lohnt sich der Abstecher.
Es ist ganz anders als sein Nachbar, in einem ganz eigenen Stil. Ganz in Ocker, ziemlich überraschend.
Es kommen weniger Besucher als nach Neuschwanstein, deshalb bekommst du leichter Tickets. Ganz ehrlich, innen ist es nicht der Wahnsinn im Vergleich zu seinem Nachbarn oder zu Linderhof, aber interessant.
Und es liegt direkt am Alpsee.


Schloss Linderhof
Ich packe es nicht zu Neuschwanstein und Hohenschwangau, denn das wunderschöne Schloss Linderhof liegt an einem anderen Ort, in seinem kleinen abgelegenen Winkel, und vor allem ist es anders.
Ludwig II. war ein großer Fan von Ludwig XIV., und das sieht man. Hier rate ich dir wirklich zur Besichtigung der Innenräume des (kleinen) Schlosses Linderhof, aus zwei guten Gründen. Erstens ist sie wirklich nicht teuer. Zweitens sind die Räume großartig, Prunk ohne Ende, alles glänzt, überall Gold, so wie man es in Königsschlössern mag 😀
Aber nimm dir auch wirklich Zeit für den Park. Die Gärten sind wunderschön, von beiden Seiten blickst du von oben aufs Schloss, zwei traumhafte Aussichten. Du bist mitten in der Natur, es ist nicht überlaufen, im Vergleich zu Schwangau ist hier praktisch niemand.
Für die Besichtigung reservierst du in der Hochsaison (also im August) besser ein paar Tage im Voraus. Und falls du die Innenräume nicht sehen willst: Der Park kostet nichts, du zahlst nur den Parkplatz.




Schloss Herrenchiemsee
Das haben wir bei unserer zweiten Reise besucht, und es war eine schöne Überraschung.
Herrenchiemsee liegt auf einer Insel mitten im Chiemsee, dem größten See Bayerns. Schon die Anfahrt ist ein Vergnügen: Du steigst in Prien-Stock aufs Schiff, zwanzig Minuten Überfahrt, und die Insel taucht langsam auf. Eine richtig schöne kleine Fahrt 🙂
Vor Ort ändern sich die Dimensionen. Ludwig II. wollte hier sein Versailles. Na ja, fast: Die Schlösserverwaltung betont, dass er keine originalgetreue Kopie wollte, sondern einen „Ruhmestempel“ für Ludwig XIV., den er verehrte. Und er hat groß gedacht. Sehr groß.
Das Ergebnis ist ziemlich verrückt. Der Spiegelsaal von Herrenchiemsee ist länger als der von Versailles: etwa 75 Meter gegenüber 73, und 98 Meter, wenn man den Kriegs- und den Friedenssaal mitzählt. Mit 33 Glaslüstern, die Versailles nicht hat. Die Gesandtentreppe wiederum ist einer Treppe in Versailles nachempfunden, die 1752 abgerissen wurde, rekonstruiert nach alten Stichen.
Das Verrückteste an der Geschichte? Er hat hier 16,6 Millionen Mark versenkt, mehr als für Neuschwanstein und Linderhof zusammen. Bei seinem Tod 1886 stand die Baustelle sofort still, der Nordflügel wurde 1907 sogar abgerissen. Und er selbst hat nur ein einziges Mal hier gewohnt, gut zehn Tage im Herbst 1885.
Ein historischer Bonus, mit dem man nicht rechnet: Hier haben im August 1948 rund dreißig Experten das Grundgesetz vorbereitet. Auf Herrenchiemsee wurde entschieden, dass der Artikel über die Menschenwürde an erster Stelle steht. Ein Museum auf der Insel erzählt die ganze Geschichte, es ist im Ticket inbegriffen.
Gut zu wissen, bevor du losziehst:
- Rechne mit 45 Minuten Fußweg zwischen Anlegestelle und Schloss. Das ist die offizielle Angabe, und sie überrascht alle. In der Saison fährt eine Kutsche die Strecke
- Plane mindestens 4,5 Stunden auf der Insel ein, wenn du alles ohne Hetze sehen willst
- Die Prunkräume siehst du nur mit Führung, 30 bis 40 Minuten. Auf Deutsch laufend, auf Englisch im Sommer zweimal pro Stunde. Einen Audioguide gibt es nicht – mit der deutschen Führung bist du aber bestens bedient
- Das Schiff kannst du nicht online buchen, und an Bord geht nur Barzahlung
- Die Brunnen im Park laufen nur von Anfang Mai bis zum 3. Oktober




Und das vierte, das Königshaus am Schachen?
Der vierte Ort auf der UNESCO-Liste ist der unbekannteste. Und das hat seinen Grund.
Das Königshaus am Schachen liegt auf 1.866 Metern im Wettersteingebirge, oberhalb von Garmisch. Von außen eine ganz schlichte Holzhütte, im Obergeschoss ein völlig abgedrehter Türkischer Saal, in dem Ludwig II. seinen Geburtstag feierte.
Das Problem: Es ist nur zu Fuß erreichbar. Keine Straße, keine Bahn. Rechne mit 6 bis 7 Stunden Gehzeit hin und zurück. Ich war nicht dort, also erzähle ich dir darüber auch keinen Unsinn.
Wenn du gern wanderst: Geöffnet ist vom 29. Mai bis 27. September, Führungen gibt es stündlich von 9 bis 17 Uhr, mit höchstens 30 Personen. Der Eintritt kostet 6 €, bis 18 Jahre ist er frei, und Tickets gibt es nur an der Kasse vor Ort, ohne Reservierung und ohne Kartenzahlung.
Sechs Euro und keine Menschenseele, gegenüber dem Andrang in Neuschwanstein. Der Kontrast hat schon was 🙂
Die Wieskirche
Eine schöne Überraschung! In dieser Ecke Europas, zwischen Süddeutschland und Österreich, liebe ich die Kirchen im vollen Rokoko. Und die Wieskirche ist eines der schönsten Beispiele der Welt. Nicht weniger.
Gegründet 1749, mitten auf dem Land, ist sie eine Ode an Farbe und Licht. Ziemlich unglaublich. Trompe-l’Œil ohne Ende, Marmorsäulen, verrückte Decken (mit dem Regenbogen fehlen nur noch die Glücksbärchis!). Das steht in starkem Kontrast zur anderen Seite der Kirche, zur Orgel hin, die genauso wunderschön ist.
Und das Beste: Es ist kaum jemand da. Die Kirche ist in der Regel bis 20 Uhr geöffnet und kostet keinen Eintritt, also wirklich, da musst du hin.




Kloster Ettal
Noch eine tolle Überraschung. Wir kamen gemütlich von der Wieskirche zurück und wollten in Garmisch essen, und zack! fahren wir in Ettal an einem riesigen, wunderschönen Kloster vorbei. Ein Benediktinerkloster, das du unbedingt besichtigen solltest, denn innen ist es wieder großartig.
Eine riesige, reich verzierte Kuppel, eine fantastische Decke, da bekommst du vom Hochschauen einen steifen Nacken. Und obendrein ist auch hier der Eintritt frei.
Witziges Detail: Hier ist das Benediktiner-Bier entstanden, bei den Benediktinermönchen des Klosters. Und ehrlich gesagt, es ist richtig gut (das Weißbier, ein Genuss). Vor Ort kann man es nicht kaufen, aber in den Supermärkten der Umgebung.



Der Gipfel der Zugspitze
Es ist nicht mehr und nicht weniger als der höchste Berg Deutschlands. Und oben, ganz bequem erreichbar, wartet eine riesige Plattform mit einem außergewöhnlichen Blick über die österreichischen Alpen und Bayern, als Zugabe mit dem wunderschönen Eibsee.
Billig ist es nicht, 66 Euro hin und zurück, aber für das Panorama lohnt es sich wirklich.
Es gibt mehrere Möglichkeiten. Ich bin mit der Seilbahn von Ehrwald hochgefahren, superschnell und praktisch. Es gibt auch die Seilbahn ab dem Eibsee, ebenfalls schnell. Oder die Zahnradbahn ab Garmisch-Partenkirchen bis zum Gletscher und dann die kleine Gletscherbahn hinauf zum Gipfel. Das dauert länger, sieht aber ziemlich gut aus.
Schau nur vorher aufs Wetter, damit du nicht mitten in den Wolken stehst, das wäre schade.
Alle Infos findest du auf der Website der Zugspitze
Der Gipfel teilt sich zwischen zwei Ländern auf, Österreich und Deutschland. Und oben merkt man den Unterschied deutlich. Auf der österreichischen Seite geht es nüchtern zu, ein mäßiges Restaurant im Kantinenstil. Auf der deutschen Seite ein riesiger Biergarten 😀



Der Eibsee
Einer der schönsten Seen Deutschlands. Direkt bei Garmisch-Partenkirchen gelegen, ist er eine echte kleine Oase der Ruhe. Und trotzdem kommen ziemlich viele Leute vorbei.
Man kommt zum Schwimmen, zum Entspannen und für die Runde um den See, die lang, aber wunderschön ist. Gegenüber hast du Berge und Wald, deshalb ist es auch der perfekte Ort für den Sonnenuntergang.
Einen richtigen Strand gibt es nicht, die Bäume reichen bis ans Ufer, und so findest du kleine Buchten, in denen du dich niederlassen kannst, ehrlich gesagt richtig schön. Der Zugang ist frei, der Parkplatz kostet.


Die hübschen Dörfer Bayerns
Also, die schönsten Städte Bayerns liegen im Norden (also weit weg), die schönsten Alpendörfer eher in der Schweiz, aber im Süden Bayerns gibt es trotzdem richtig schöne Dörfer und Städtchen mit Häusern aus dunklem Holz, mit Blumen, hübschen Verzierungen, Lüftlmalerei… kurz gesagt, genau die Bilder, die man von bayerischen Dörfern im Kopf hat. Ich sage es lieber gleich: Sie sind ein bisschen touristisch.
Natürlich denkt man an Garmisch-Partenkirchen. DER Ferienort in Bayern, bekannt für den Wintersport, aber nicht nur. Der Ort selbst ist sehr hübsch, typische Chalets, Häuser mit schönen Fassaden. Superzentral, du bist nah an allem, kommst leicht in die Berge und zu den Wanderungen, und ehrlich gesagt bleibt es ruhig.
Etwas weiter nördlich liegt ein anderes sehr hübsches Dorf: Oberammergau. Typisch, wieder wunderschöne Chalets und Häuser voller Lüftlmalerei, und die Leute hier sind Spezialisten für Holzschnitzerei. Du findest also jede Menge Läden mit Holzfiguren. Ich war am Ende des Tages zum Abendessen dort, hatte also weniger Zeit zum Entdecken, weil es nicht ganz geplant war, aber ehrlich, fahr hin!
Oh, und weil wir gerade dabei sind: Im Restaurant Ammergauer Maxbräu habe ich das beste Bier getrunken. Das Weißbier aus der Gegend ist dort einfach außergewöhnlich, und die alkoholfreie Version auch. Wirklich.
Direkt neben Garmisch-Partenkirchen liegt Grainau, am Fuß der Zugspitze. Noch ein hübsches Dorf, Ausgangspunkt für sehr viele Wanderungen, und mit dem riesigen Vorteil, dass der Eibsee dazugehört, von dem ich in diesem Artikel ebenfalls erzähle. Ein wirklich angenehmes Dorf, ruhiger, in einer richtig schönen Umgebung.
Ich hatte keine Zeit mehr dafür, aber bei den ganz kleinen Dörfern schau in Krün und Wallgau vorbei, total niedlich.
Und schließlich: Es ist kein Dorf, aber uns hat die Architektur des Städtchens Füssen direkt bei den Schlössern sehr gefallen. Sehr hübsche Häuser, eine Burg, typisch deutsch und ehrlich gesagt richtig schön.





Sich auf den kleinen Straßen am Fuß der Berge verlieren
Es ist ja nett, dir zu sagen „fahr hierhin, dorthin, mach dies und das“, aber das ganz große Vergnügen dort ist, die Landschaft zu genießen und einfach ein bisschen ziellos herumzufahren. So haben wir Perlen wie den Blindsee entdeckt, von dem ich in diesem Artikel erzähle. Auf bayerischer wie auf Tiroler Seite sind die Straßen einfach bezaubernd.
Spontan würde ich dir die Straßen rund um Garmisch, Ehrwald und Schwangau nennen, und die Strecke von Ammerwald nach Ettal mitten durch die Berge.
Mal stößt du auf Berge, mal auf Dörfer voller Blumen, mal auf Hügel mit einer typischen Kirche im Hintergrund. Schwere Wahl.


München
Ich wollte schon lange München entdecken. Ohne genau zu wissen, was mich erwartet. Also sind wir von Ehrwald aus an einem Tag mit Mistwetter in die bayerische Hauptstadt gefahren. Am Ende war das Wetter traumhaft, und wir haben mehr Zeit draußen verbracht (und beim Bier auf der Terrasse) als in den Museen, zumal die früh zumachten.
Aber München, das ist vor allem der Marienplatz mit dem ziemlich unglaublichen Rathaus. Wunderschöne Neugotik, genau wie ich sie mag, mit Wasserspeiern, einem Drachen und Treppen wie aus einem Fantasyfilm. Kurz gesagt, ein echtes Vergnügen.
Es gibt auch schöne Kirchen wie die Asamkirche, aber ich rate dir wirklich, auf den Turm der Kirche St. Peter zu steigen. Der „Alte Peter“ bietet dir einen ziemlich verrückten Blick auf die Stadt und vor allem auf das Rathaus, aber ohne die Menschenmassen davor. Na gut, das muss man sich verdienen. Sieht nicht so aus, ist aber hoch. 14 Stockwerke 😀 Danach hat man sich ein weiteres Bier verdient (übrigens gibt es in der Region richtig gute alkoholfreie Biere, wirklich).
Wir wollten uns auch Innenräume anschauen und hatten die Residenz im Visier, das ehemalige Königsschloss Bayerns, das prachtvoll aussieht, und Schloss Nymphenburg. Nur tun wir uns mit den deutschen Öffnungszeiten immer ein bisschen schwer, und es hat nicht geklappt. Also beim nächsten Mal.
Auch wenn die Stadt im Krieg großteils zerstört und in einem viel moderneren Stil wieder aufgebaut wurde, ist sie angenehm und hübsch. Man bummelt gern herum und setzt sich auf eine der vielen Terrassen. Und von hier aus erkundest du ganz leicht die Umgebung und Bayern.



- Sehenswert in München
- Marienplatz
- die Asamkirche
- die Residenz
- Schloss Nymphenburg
- Ausflug ab München: Linderhof und Neuschwanstein
- Unterkunftstipp in München
- Hotel MIO by AMANOU, sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, nur ein paar Schritte vom Zentrum
- Essen und Trinken
- die berühmten Würstl im Nürnberger Bratwurst Glöckl am Dom
- die Institution Hofbräuhaus
- Augustiner Klosterwirt für Bier und traditionelle Gerichte

4 Unterkunftstipps in der Region
📍 Grainau · Zugspitzbahn 2,5 km · Lage 9,2/10
Traditionelle bayerische Apartments am Fuß der Zugspitze (Küche, großer Balkon mit Gipfelblick), 10 Min. zu Fuß zu den Lokalen im Dorf.
- Doppelzimmer oder Apartments mit Küche
- Zugspitzbahn 2,5 km, Piste und Wanderwege vor der Tür
- Gratis-Parkplatz + Haustiere erlaubt + Garten
Kostenlose Stornierung
Ab 109 € / Nacht
📍 Oberammergau · Bahnhof 550 m · Lage 9,7/10
Charmantes, geschmackvoll eingerichtetes bayerisches Haus neben dem Passionstheater, geführt von einer herzlichen Gastgeberin (Personal 9,7/10).
- Ruhige Anliegerstraße, Ortszentrum in 5 Min.
- Hervorragendes Frühstück + Cappuccino + reservierter Parkplatz
- Fasssauna im Garten (auf Anfrage) + Skiraum
Kostenlose Stornierung
Ab 110 € / Nacht
📍 Ludwigsvorstadt · Hauptbahnhof 600 m · Lage 8,8/10
Stadtquartier im Pop-Art-Design, 5 Min. zu Fuß zum Hauptbahnhof und zur Theresienwiese: schallisolierte Zimmer, reichhaltiges Frühstücksbuffet.
- Hauptbahnhof 600 m + S-Bahn direkt zum Flughafen
- Oktoberfest-Gelände 5 Min. zu Fuß (Theresienwiese)
- Schallisolierte Zimmer + Klimaanlage im Sommer + Rezeption rund um die Uhr
Kostenlose Stornierung
Ab 110 € / Nacht
📍 Leutasch (Tirol) · Lifte Kreith 450 m · Lage 9,3/10
Frisch renovierte Deluxe-Apartments aus Holz und Stein mit Alpenpanorama, riesigem Balkon für den Sonnenuntergang und Sauna.
- Lifte Kreith 450 m + Wandern und Radfahren vor der Tür
- Apartments + Chalet mit 3 Schlafzimmern, Küche, eigene Terrasse
- Gratis-Parkplatz + Haustiere erlaubt + Flughafentransfer gegen Gebühr
Kostenlose Stornierung
Ab 160 € / Nacht
Tirol, direkt auf der anderen Seite der Grenze
Also, wir müssen über Österreich reden.
Denn von den Bayerischen Alpen aus ist die Grenze zum Greifen nah. Von Garmisch bist du in 55 Minuten in Innsbruck. Die Seen am Fernpass liegen eine halbe Stunde entfernt. Und es wäre schade, an einer Linie auf der Landkarte haltzumachen.
Ich zeige dir also kurz, was uns auf der Tiroler Seite gefallen hat. Jeder dieser Orte hätte viel mehr verdient als ein paar Zeilen, und ich widme ihnen noch einen eigenen Artikel. Sieh diesen Abschnitt als Vorgeschmack, der dir bei der Entscheidung hilft, ob du bis dorthin fährst.
Innsbruck, die Hauptstadt Tirols
Wir haben auch auf der Tiroler Seite ziemlich viel besichtigt, und das lohnt sich echt. Innsbruck ist eine total angenehme Stadt. Ziemlich fein herausgeputzt, wie es die Österreicher können, aber man spürt, dass diese wunderschöne Stadt einen kleinen rebellischen Zug hat, der ein bisschen an Budapest erinnert.
Die Architektur ist wunderschön, die Lage top, mitten zwischen den Bergen. Die echte Postkartenstadt! Und vor allem die Altstadt. Sie ist nicht sehr groß, aber so hübsch mit ihren kleinen Gassen und ihren schiefen, prächtig verzierten Häusern.
Natürlich denkt man an die Maria-Theresien-Straße mit ihren Barockfassaden und ihrer Säule. Man schaut sich das „Goldene Dachl“ an und die Hofkirche. Aber in Innsbruck solltest du vor allem ganz gemütlich herumbummeln, um die Stadt zu genießen. Denn wirklich, man fühlt sich dort superwohl.
Wenn du höher hinauswillst, nimm die Nordkettenbahn, mit einem wunderschönen Blick über die Berge und die Stadt. Leider ging das bei mir wegen des Windes nicht, aber es sah sehr verlockend aus.


- Sehenswert in der Stadt
- Maria-Theresien-Straße
- die Altstadt
- die Hofburg
- die Hofkirche
- die Nordkettenbahn
- die Swarovski Kristallwelten, etwas außerhalb
- sich Zeit nehmen, um sich in der Stadt zu verlieren
- Die Innsbruck Card
- mit Nahverkehr, Seilbahnen, Museen und Sehenswürdigkeiten
- Infos und Buchung
- Ein Tiroler Heimatabend
- meine Frau fand es schade, dass wir keinen gesehen haben, denn ich hatte tatsächlich überhaupt nicht danach gesucht. Hier also einer, das kann interessant sein.
- Infos und Buchung
- Unterkunftstipp in Innsbruck
- Das richtig schöne und nicht zu teure Best Western Plus Goldener Adler, mitten in der Altstadt
- Essen und Trinken
- die Qualität der Produkte im Goldenen Adler
- das super Gulasch im Altstadt-Schmankerl
- die Brettljausen mit regionalen Produkten in der Speckeria
- Augustiner Klosterwirt für Bier und traditionelle Gerichte



Alpbach, das schönste Dorf Österreichs
Knapp eine Stunde von Innsbruck entfernt ist Alpbach ein Dorf ganz aus braunem Holz, mit Balkonen, die unter roten Geranien fast zusammenbrechen, und Bergen, die die Kulisse abschließen. Wie eine Filmkulisse.
Und das ist kein Zufall: Seit 1953 schreibt die Gemeinde vor, dass jeder Neubau den traditionellen Stil des Dorfes einhält. Siebzig Jahre Konsequenz, das ist das Ergebnis. Wir haben dort einen späten Nachmittag verbracht, und das Abendlicht auf dem Holz, ehrlich, wunderschön!
1983 wurde es zum „schönsten Dorf Österreichs“ gewählt (zugegeben, per Zuschauerabstimmung im Fernsehen), 1993 dann zum „schönsten Blumendorf Europas“, diesmal von einer Jury.
Rechne mit etwa 55 Minuten ab Innsbruck. Die Hinweisschilder versprechen 30 Minuten, glaub ihnen nicht 🙂


Der Plansee für Wassersport
Auf den Plansee sind wir ebenfalls zufällig gestoßen. Ein großer See mit glasklarem Wasser am Fuß der Berge, eine wunderschöne Kulisse. Neben der Straße fließt außerdem ein schöner Fluss. Und weil es keine Strömung gibt, ist das alles der perfekte Ort für Stand-up-Paddling, Kanu oder einfach zum Reinspringen und Entspannen. Anders als an den anderen Seen gibt es einen ganzen ausgebauten Bereich mit Verleih, Strand, Restaurant und Getränken. Ja, dieser Bereich ist stärker erschlossen, aber du entfernst dich ganz leicht und bist wieder allein auf der Welt, in einer unglaublichen Kulisse.

Der Blindsee
Die große Überraschung! Wir sind zufällig darauf gestoßen, dabei ist er ganz einfach einer der schönsten Seen Österreichs. Der Blindsee ist ein kleiner See zwischen den Bergen und sehr leicht zu erreichen.
Zuerst hast du oben einen super Aussichtspunkt, von dem aus du die Farben des Wassers bewunderst. Um dann näher heranzukommen (und das solltest du!), hast du zwei Möglichkeiten:
- vom Aussichtspunkt zum See hinuntergehen, unten gibt es einen schönen kleinen Strand. 15 Minuten zu Fuß, fertig
- mit dem Auto auf die andere Seite fahren, dort gibt es einen kleinen kostenpflichtigen Bereich mit viel Platz und kleinen Stränden, richtig nett
Und wenn du unten bist, kannst du zu Fuß um den See laufen, total schön. Und Badestellen gibt es fast überall.



Das Café 3440, falls dich die Zugspitze abgeschreckt hat
Erinnerst du dich an den Preis für die Zugspitze weiter oben? 66 Euro pro Erwachsenem, Andrang inklusive.
Hier ist die Alternative, aber sie kostet Fahrzeit.
Ganz hinten im Pitztal ist das Café 3440 das höchstgelegene Café Österreichs. Der Name ist Programm: 3.440 Meter, auf dem Gipfel des Hinteren Brunnenkogels. Zwei Bahnen ab Mittelberg, gut zwanzig Minuten, und du trinkst deinen Kaffee 478 Meter höher als auf der Zugspitze… für 60 statt 66 Euro.
Aber bedenke, was das bedeutet. Das Pitztal liegt zwei Autostunden von Garmisch entfernt (eine Stunde zehn ab Innsbruck): Es ist kein Ersatz vor Ort, sondern ein Halbtagesabstecher in ein anderes Tal. Und mit der Zugspitze kaufst du auch den höchsten Punkt Deutschlands, die Grenze und den Eibsee darunter, Dinge, von denen man zu Hause erzählt. Hier kaufst du einen Gletscher und einen Blick aufs Ötztal.
Auch der schlimmste Fall sieht anders aus: Hängen die Wolken an der Zugspitze, bleibt dir immerhin „ich war auf dem höchsten Berg Deutschlands“. Im Café 3440 bleibt dir ein Kaffee im Nebel für 60 Euro.
Das Café hat von 9:30 bis 15:30 Uhr geöffnet, die Sommersaison beginnt Anfang Juli. Für ein Kind rechnest du mit 36 Euro.


Der Königssee, der schönste See Bayerns
Also, wenn du von dieser ganzen Liste nur einen einzigen Ort behalten dürftest, dann diesen.
Wir wechseln übrigens komplett die Gegend. Wir sind hier im Berchtesgadener Land, ganz im Osten Bayerns, auf einem Zipfel deutschen Gebiets, der weit nach Österreich hineinragt. Salzburg ist eine halbe Stunde entfernt, München zwei Stunden und Garmisch zweieinhalb. Und nein, das lässt sich nicht mit Neuschwanstein am selben Tag verbinden. Du brauchst eine Unterkunft vor Ort, rechne mit mindestens zwei Tagen.
Und die Fahrt lohnt sich wirklich.
Der Königssee ist ein Fjord mitten in den Alpen. Sieben Kilometer lang, Felswände, die senkrecht in smaragdgrünes Wasser abfallen, und keine einzige Straße drumherum. Vorwärts kommst du nur mit dem Schiff.
Wir waren letzten Sommer dort, und ehrlich gesagt hat es uns umgehauen.
Ein kleines, aber wichtiges Detail: Der See liegt im Nationalpark Berchtesgaden, dem einzigen Alpen-Nationalpark Deutschlands, gegründet 1978. Deshalb gibt es keine Straße. Und deshalb ist es auch so still.


Mit dem Schiff nach St. Bartholomä
Die Boote fahren seit 1909 elektrisch. Ja, wirklich, 1909! Schon damals ging es darum, den See zu schützen.
Das Ergebnis: Du gleitest lautlos übers Wasser. Du hörst die Vögel, das Echo der Felswände, und sonst nichts. Herrlich.
Auf halber Strecke hält das Boot an. Ein Mitglied der Crew holt eine Trompete heraus und spielt ein paar Töne in Richtung Echowand. Das Echo kommt drei oder vier Sekunden später zurück, glasklar, als würde jemand von der anderen Seite antworten. Auf dem Papier klingt das ein bisschen kitschig, in echt ist es wirklich schön 🙂
Dann kommst du in St. Bartholomä an, der kleinen Kirche mit den roten Zwiebelkuppeln auf einer Halbinsel, den Watzmann im Rücken. Du hast sie bestimmt schon auf Fotos gesehen. In echt ist es noch besser, weil du die Größenverhältnisse siehst: Direkt dahinter ragt der Berg 2.713 Meter hoch auf.
Die Kirche kostet keinen Eintritt. Rechne mit 35 Minuten Fahrt ab der Anlegestelle.
Gut zu wissen, bevor du losziehst:
- Hin und zurück nach St. Bartholomä: 23,40 Euro für Erwachsene, halber Preis für 6- bis 17-Jährige, darunter frei
- Bis Salet (Endstation): 29,80 Euro
- Tickets im Voraus im offiziellen Onlineshop (Abfahrten ab Seelände) oder am Schalter am selben Tag
- In der Hochsaison fährt etwa alle 10 Minuten ein Boot, das erste um 8 Uhr
- Mein Tipp: Plane die Rückfahrt vor 14:30 Uhr ein. Das sagt die Schifffahrt selbst, danach werden die Warteschlangen richtig lang

Zu Fuß zum Obersee
Also, bleib bloß nicht in St. Bartholomä stehen.
Fahr weiter bis Salet, zur Endstation. Von dort sind es eine Viertelstunde auf einem einfachen Weg, und du stehst am Obersee: ein zweiter See, kleiner, wilder und meiner Meinung nach noch schöner als der erste.
Hier steht die berühmte Holzhütte auf Pfählen, die auf jedem zweiten Bildschirmhintergrund zu sehen ist. Sie ist wirklich da. Und sie sieht wirklich so aus.
Wir hatten Zeit für den Spaziergang, bevor der Regen kam. Und ganz ehrlich, der tiefe Himmel und die Wolken an den Felswänden hatten etwas ziemlich Magisches. Gib nicht auf, nur weil es grau ist.
Wenn du Zeit hast, geh weiter bis zur Fischunkelalm, der Alm am Ende des Sees: 5,5 km hin und zurück ab Salet, rechne mit 1:45 Stunden. Der Weg gilt als leicht, aber pass trotzdem auf: Er führt am Fels entlang, bleibt auch bei schönem Wetter feucht, und an manchen Stellen gibt es Drahtseile. Mit dem Kinderwagen geht da nichts.
Und noch 30 Minuten mehr bringen dich zum Fuß des Röthbachfalls, des höchsten Wasserfalls Deutschlands. 470 Meter.
Achtung: Das Schiff fährt Salet nur vom 25. April bis 11. Oktober an. Außerhalb dieses Zeitraums ist der Obersee schlicht nicht erreichbar. Einen Plan B gibt es nicht.


Mit der Seilbahn auf den Jenner
Nach dem See von unten jetzt der See von oben!
Die Jennerbahn startet in Schönau am Königssee, direkt neben der Anlegestelle. Kleine Zehner-Kabinen, zwei Sektionen mit Umstieg an der Mittelstation, und in gut zwanzig Minuten bist du auf 1.800 Metern.
Die Aussicht ist der Wahnsinn. Unter dir liegt der ganze Königssee, 1.200 Meter tiefer, schmal und lang gezogen, und die Boote ziehen weiße Striche durchs Grün. Gegenüber der Watzmann. Dahinter das Steinerne Meer und das Hagengebirge. Sogar St. Bartholomä erkennst du, winzig auf seiner Halbinsel.
Von der Bergstation aus hast du zwei Möglichkeiten. Der 360-Grad-Panoramaweg ist 400 Meter lang, fünfzehn Minuten, sehr einfach und völlig ausreichend. Oder du steigst auf den echten Jennergipfel auf 1.874 Metern: zwanzig Minuten zu Fuß, aber der Weg ist schmal und steil, zieh richtige Schuhe an.
Oben gibt es ein Restaurant, die Jenneralm, und eine frei zugängliche Ausstellung des Nationalparks. Alles ist barrierefrei, und das ist selten genug, um es zu erwähnen.
Hin und zurück: 47 Euro für Erwachsene, 28 Euro für 6- bis 17-Jährige. Betrieb von 9 bis 17 Uhr, letzte Bergfahrt um 16:40 Uhr.
Eine Falle, die du kennen solltest: Es gibt ein Kombiticket Schiff + Jennerbahn für 56 Euro, das „See-Gipfel-Ticket“. Nur wird es im Hochsommer nicht verkauft, sondern nur von Januar bis Ende Juni und dann ab dem 15. September. Wenn du im August fährst, brauchst du gar nicht erst danach zu suchen.


Der Hintersee und sein Zauberwald
Zwanzig Autominuten vom Königssee entfernt, Richtung Ramsau bei Berchtesgaden, wartet etwas ganz anderes.
Der Hintersee ist klein und ruhig, mit Tretbooten in Schwanen- und Entenform an einem hölzernen Steg. Dahinter der Hochkalter, 2.607 Meter. Und wenn du genau hinschaust: das Blaueis, der nördlichste Gletscher der gesamten Alpen. Er misst nur noch 7 Hektar, 1820 waren es 25. Also schau ihn dir an, solange es ihn noch gibt.
Auf dem Weg dorthin durchquerst du den Zauberwald. Der Name lässt einen schmunzeln, und dann gehst du hinein: Felsblöcke so groß wie Häuser, voller Moos, und dazwischen rauscht der Bach. Ein Bergsturz vom Hochkalter hat vor 3.500 Jahren alles hierher geschleudert, das Tal abgeriegelt und so den See entstehen lassen.
Für die Runde durch den Wald rechnest du mit 2 km und einer Stunde. Der Weg um den See ist 2,7 km lang, flach und geschottert: Der geht mit Kinderwagen und sogar mit Rollstuhl. Der Wald dagegen nicht.
Ein Detail, das ich mag: Seit den 1830er-Jahren stellen Maler hier ihre Staffeleien auf. Es gibt einen eigenen Weg, den Ramsauer Malerweg, mit Staffeleien genau an den Stellen, an denen die Bilder entstanden sind, zum Vergleichen. Einfach und clever.
Du kannst ein Ruderboot oder ein Tretboot mieten, rechne mit rund zehn Euro pro Stunde (vor Ort nachfragen, die Preise ändern sich). Parken kostet 6 Euro für bis zu vier Stunden.
So, das war’s. Mit Königssee, Obersee, Jenner und Hintersee hast du genug für zwei gute Tage, ohne dich je zu langweilen 🙂


Das Kehlsteinhaus, der verstörendste Aussichtspunkt Deutschlands
Wir bleiben in Berchtesgaden, wechseln aber komplett das Register.
Das Kehlsteinhaus, international als „Eagle’s Nest“ bekannt, thront auf 1.834 Metern über dem Obersalzberg. Ein NS-Bau, 1937–1938 auf Befehl von Martin Bormann errichtet, und heute einer der meistbesuchten Orte der Region. Achtung, dieser Besuch hat einen doppelten Boden.
Zuerst die Auffahrt, und die ist ein echtes Glanzstück.
Mit dem eigenen Auto kommst du nicht hinauf. Die Straße ist seit 1952 für Privatfahrzeuge gesperrt, ebenso für Fahrräder und Fußgänger. Der einzige Weg ist der offizielle Bus: 6,5 Kilometer, 700 Höhenmeter, fünf Tunnel und eine einzige Haarnadelkurve. Zwanzig Minuten. Die Fahrer sind beeindruckend, und der Blick aus dem Fenster ist es noch mehr.
Oben angekommen, gehst du durch einen 124 Meter langen Tunnel im Fels und steigst dann in einen Aufzug mit Messingwänden (größtenteils original), der in 41 Sekunden 124 Meter hochfährt. Ehrlich gesagt, diese Passage ist packend.
Und oben ist die Aussicht gewaltig. Der Hohe Göll direkt daneben, der Jenner, der Watzmann, der Hochkalter, der Königssee tief unten, der Untersberg und Salzburg in der Ferne. Bei klarem Wetter heißt es, man sehe 200 Kilometer weit.
Dann kommt die Enttäuschung.
Denn drinnen… ist nichts. Ein Restaurant. Das war’s. Kein Museum, kein Raum, kein Rundgang, nichts zu lesen. Du fährst hinauf an einen Ort mit einer erdrückenden historischen Last und bestellst am Ende ein Bier mit Aussicht.
In dem Moment hat mich das geärgert. Bei so einem Thema hätte man etwas richtig Spannendes daraus machen können.
Es gibt zwar eine kleine Ausstellung, vierzehn Tafeln draußen auf der Terrasse, seit 2017. Aber sie ist kurz, sie steht im Freien, und man läuft leicht daran vorbei. Den Ort verstehst du dort nicht.
Und nein, das haben die Betreiber nicht vergessen: Die Idee ist, die Besucher ins richtige Museum weiter unten zu schicken, statt auf einem Berggipfel mit Panoramaterrasse ein Museum über den Nationalsozialismus einzurichten. Das kann man nachvollziehen.
Das Problem: Die Betreiber weisen nirgends darauf hin.
Nebenbei kannst du zwei Legenden vergessen: Das Kehlsteinhaus wurde Hitler nicht zum 50. Geburtstag geschenkt, das ist ein Mythos, den die Historiker der Dokumentation widerlegen. Und es ist dort keine einzige Entscheidung belegt, nur vierzehn Aufenthalte. Das eigentliche Machtzentrum war der Berghof weiter unten, der inzwischen abgerissen ist.
Der Tipp, den ich gern vor dem Besuch gelesen hätte:
Dein Busticket für den Kehlstein beinhaltet am selben Tag freien Eintritt in die Dokumentation Obersalzberg. Das ist das Museum, das all das erzählt, was das Kehlsteinhaus verschweigt. Es liegt am selben Parkplatz wie die Bushaltestelle.
Nur steht das nirgends, weder an der Kasse noch oben. Und vor allem: Die Dokumentation schließt um 17 Uhr. Wir haben das erst beim Runterfahren erfahren, und da war es zu spät. Ganz banal, und der Tag ist verdorben.
Also fang morgens mit dem Museum an und fahr danach auf den Kehlstein. Für die Dokumentation rechnest du mit 1,5 bis 2 Stunden: Sie hat 2023 nach Umbauarbeiten wieder geöffnet, die Bunker kannst du besichtigen (sie sind das größte Exponat der Ausstellung), und es gibt einen Mediaguide. Gerade hat sie eine Auszeichnung bei den European Museum of the Year Awards 2026 bekommen.
Und wenn du wirklich nur wegen der Aussicht auf den Kehlstein fährst, völlig in Ordnung. Aber dann weißt du es vorher und bist oben nicht enttäuscht.
Gut zu wissen, bevor du losziehst:
- Bus hin und zurück: 34,70 € für Erwachsene, 17,20 € für 6- bis 14-Jährige, Aufzug inklusive, kein zusätzlicher Eintritt
- Abfahrten alle 25 Minuten, seit 2023 mit Elektrobussen
- Als Einzelreisender brauchst du nicht zu reservieren. Deine Rückfahrt ist automatisch für +2 Stunden vorgebucht, änderbar am Automaten
- Nur vom 7. Mai bis 31. Oktober geöffnet. Den ganzen Winter geschlossen
- Die Dokumentation Obersalzberg kostet 4,50 €, wenn du sie einzeln besuchst, bis 18 Jahre frei, täglich geöffnet von 9 bis 17 Uhr – und sie schließt wirklich um 17 Uhr, heb sie dir nicht fürs Tagesende auf
- Museum und Busabfahrt liegen am selben Parkplatz am Obersalzberg
Ein Wort zu den organisierten Ausflügen ab Salzburg: Es gibt sie, sie kosten 100 bis 120 Euro pro Person für einen halben Tag, und der Kritikpunkt, der immer wieder auftaucht, ist die sehr kurze Zeit oben. Außerdem ist das Museum meist nicht dabei, während es auf eigene Faust mit deinem Busticket gratis ist. Entscheide selbst, aber mit dem Auto fährst du deutlich günstiger.




Eine Woche in den Bayerischen Alpen: die Route, die ich gern gehabt hätte
Kleine Vorbemerkung: Das ist nicht die Route, die wir gefahren sind.
Wir waren mehrmals in der Region, und jedes Mal haben wir vor Ort Neues entdeckt: einen See, von dem uns niemand erzählt hatte, ein Dorf, auf das wir eines Abends zufällig gestoßen sind, ein Ticket, das wir drei Wochen früher hätten buchen sollen. Hier ist also die Route, die wir gebaut hätten, wenn wir all diese Infos vom ersten Tag an gehabt hätten. Die, die ich wieder fahren würde.
Und als Erstes musst du die Geografie verstehen. Denn beim Planen schaut man schnell auf eine Bayernkarte und denkt, alles liegt nah beieinander.
Tut es überhaupt nicht!
Die Bayerischen Alpen ziehen sich fast 250 Kilometer von West nach Ost. Neuschwanstein und der Königssee, die beiden Stars der Region, liegen drei Autostunden auseinander. Wenn du von einem einzigen Standort aus startest, verbringst du deinen Urlaub im Auto.
Daher die Aufteilung: drei Tage im Westen, vier Tage im Osten und ein einziger echter Fahrtag dazwischen. Zwei Hotels, mehr nicht.
Schauen wir’s uns an.
Die ersten 3 Tage: der Westen, die Schlösser und die Zugspitze
Standort: Füssen oder Schwangau für die ersten beiden Nächte, Oberammergau für die dritte.
In Schwangau geht es kaum praktischer als im AMERON Neuschwanstein Alpsee Resort, buchstäblich zu Füßen der Schlösser und direkt am Alpsee. In Oberammergau erfüllt das Gästehaus am Passionstheater seinen Zweck bestens. Und wenn du für die dritte Nacht lieber am Fuß der Zugspitze bleibst, gibt es das Chalet St Anton in Grainau in der Nähe des Eibsees.
Das ist Bayern wie auf der Postkarte. Die Schlösser, die Berge, die Dörfer mit Blumenbalkonen.
Tag 1 – Neuschwanstein und Hohenschwangau. Beide Schlösser schaffst du an einem Tag, sie liegen sich direkt gegenüber. Buch deine Tickets lange im Voraus, im Sommer ist das ein Muss (genau so etwas hätten wir gern vorher gewusst). Und heb dir den späten Nachmittag für den Alpsee direkt darunter auf: Baden oder einfach eine Runde zu Fuß, der schönste Moment des Tages.
Tag 2 – Wieskirche, Linderhof und Ettal. Ein ruhigerer Tag auf kleinen Straßen. Morgens die Wieskirche, nachmittags Linderhof mit seinen Gärten (und nimm die Venusgrotte mit, sie ist 2025 nach zehn Jahren Sanierung wieder geöffnet). Zum Schluss Kloster Ettal. Übernachte in Oberammergau, dem Dorf mit der Lüftlmalerei, spezialisiert auf Holzschnitzerei. Wir haben dort eines Abends ungeplant gegessen, und das Weißbier im Ammergauer Maxbräu bleibt das beste Bier der ganzen Reise.
Tag 3 – Zugspitze, Eibsee und die Dörfer. Fahr früh hinauf, das Licht ist besser und die Massen kommen gegen 11 Uhr. Beim Runterfahren ist der Eibsee fünf Minuten entfernt und ist locker zwei Stunden mehr wert: Die Runde um den See ist wunderschön.
Und wo du schon mal da bist, nutz es aus: Der See liegt in Grainau, einem sehr angenehmen Dorf am Fuß der Zugspitze, deutlich ruhiger als sein Nachbarort. Den späten Nachmittag widmest du den kleinen Dörfern der Gegend ( Krün und Wallgau, winzig und total niedlich), bevor du den Tag in Garmisch-Partenkirchen ausklingen lässt, mit seinen typischen Chalets und bemalten Fassaden. Genau so einen Nachmittag hatten wir beim ersten Mal nicht eingeplant, und wir haben es bereut.
Du hast einen Tag übrig? Mach einen Abstecher nach Innsbruck, 55 Minuten von Garmisch, oder geh auf der österreichischen Seite im Plansee baden.
Die nächsten 4 Tage: der Osten, Berchtesgaden und die Seen
Standort: Berchtesgaden oder Schönau am Königssee, vier Nächte.
Wir haben in den Ferienwohnungen Almblick in Oberschönau gewohnt, ein paar Minuten vom Königssee entfernt, praktisch, wenn du das erste Boot um 8 Uhr erwischen willst.
Die Kulisse ändert sich komplett. Hier sind die Berge höher und steiler, und der Tourismus ist ein anderer.
Tag 4 – Die Fahrt, mit Herrenchiemsee auf halber Strecke. Das ist der Übergangstag, und er ist alles andere als verloren: Der Chiemsee liegt genau auf dem Weg. Du steigst in Prien-Stock aufs Schiff, verbringst den größten Teil des Tages auf der Insel und fährst am späten Nachmittag weiter nach Berchtesgaden.
Aber Achtung, das ist ein voller Tag: Zwischen der Fahrt und den mindestens 4,5 Stunden auf der Insel ist er gut gefüllt. Wenn dein Rückflug erst am Abend geht, heb dir Herrenchiemsee lieber für die Rückfahrt nach München auf, das ist deutlich entspannter.
Tag 5 – Königssee und Obersee. Plane den ganzen Tag ein und nimm das erste Boot um 8 Uhr. Fahr bis Salet, lauf zum Obersee und, wenn das Wetter mitspielt, weiter bis zur Fischunkelalm. Sei vor 14:30 Uhr zurück, um den Schlangen zu entgehen.
Tag 6 – Dokumentation Obersalzberg, dann Kehlsteinhaus. In dieser Reihenfolge, nicht andersherum: Das Museum schließt um 17 Uhr und ist in deinem Busticket inbegriffen. Das haben wir erst beim Runterfahren erfahren, zu spät. Mach nicht denselben Fehler wie wir. Morgens das Museum, nachmittags hinauf zum Kehlstein. Und beende den Tag am Hintersee, zwanzig Minuten entfernt: Das Abendlicht auf dem See hat schon was.
Tag 7 – Der Jenner. Der Königssee von oben, damit sich der Kreis schließt. Ein halber Tag reicht, so bleibt dir Zeit für die Heimfahrt oder einen Bummel durch Berchtesgaden.
Wenn du mehr oder weniger Zeit hast
Vier Tage? Nimm nur den Westen. München, die Schlösser, die Zugspitze. Vergiss Berchtesgaden, du würdest zwei Tage umsonst auf der Straße verlieren.
Fünf Tage? Entscheide dich für eine Seite. Entweder gemütlich den Westen mit einem Abstecher nach Innsbruck, oder du fährst gleich bei der Ankunft nach Berchtesgaden und bleibst dort. Beides in diesem Zeitrahmen heißt rennen.
Zehn Tage? Dann kannst du durchatmen. Häng eine Nacht in Berchtesgaden dran, gönn dir eine richtige Tirol-Etappe (Innsbruck, Alpbach und warum nicht das Café 3440 im Pitztal) und nimm dir Zeit, dich auf den kleinen Straßen zu verlieren. Das ist oft die schönste Erinnerung, die man mit nach Hause nimmt.
Und München? Rechne die Stadt extra. Ein Tag bei der Ankunft oder bei der Abreise, je nachdem, wie du anreist. Wenn du fliegst, holst du dort ohnehin deinen Mietwagen ab.
Die Entfernungen, die du vor dem Buchen kennen solltest
Ein paar Richtwerte, die dir bei der Wahl der Unterkünfte böse Überraschungen ersparen.
- München → Füssen – 120 km, 1:30 Std.
- Füssen → Garmisch-Partenkirchen – 60 km, 1 Std.
- Garmisch → Innsbruck – 56 km, 55 Min.
- Garmisch → Berchtesgaden – 207 km, 2:35 Std.
- Füssen → Berchtesgaden – 265 km, 3 Std.
- Berchtesgaden → Prien (Herrenchiemsee) – 71 km, 1 Std.
- Berchtesgaden → Salzburg – 28 km, 33 Min.
- Berchtesgaden → München – 160 km, 1:50 Std.
- München → Prien (Herrenchiemsee) – 85 km, 1 Std.
Achtung bei einem Detail, das teuer werden kann: Mehrere der schnellsten Routen führen durch Österreich, vor allem von Salzburg nach Berchtesgaden. Dann brauchst du eine österreichische Vignette: 12,80 Euro für zehn Tage, gegenüber 200 Euro Strafe, wenn du erwischt wirst. Kauf sie vor der Abfahrt online, das ist in zwei Minuten erledigt.
Ein letzter Tipp, und zwar der wichtigste: Buch deine Unterkünfte erst, wenn du dich für deine Regionen entschieden hast. Sonst bucht man schnell ein „zentrales“ Hotel, das gar nicht zentral ist, und pendelt die ganze Woche hin und her. Lieber zwei gut gelegene Hotels als ein schlecht gelegenes.
FAQ und praktische Infos zu den Bayerischen Alpen
Wann ist die beste Reisezeit für die Bayerischen Alpen?
Der Sommer (Juni bis September) ist ideal zum Wandern, um die Natur zu genießen, mit tollen Farben und einem Wetter, das nicht furchtbar ist.
Im Winter ist die Region ein Paradies zum Skifahren und Schneeschuhwandern, mit Skigebieten und Pisten wirklich überall. In jedem Dorf gibt es einen Schlepplift, und dazu kommen die großen Skigebiete wie Garmisch-Partenkirchen.
Die Nebensaison ist regnerisch, aber überhaupt nicht touristisch, das geht also auch. Ich war zum ersten Mal im Januar dort, und es war tatsächlich nicht viel los. Aber es war ziemlich feucht, das muss ich zugeben 😀
Es hängt also davon ab, was du willst. Wandern oder Skifahren? Wenn du im Sommer kommst: Die Schlossbesichtigungen musst du ein bisschen im Voraus reservieren, sonst stehst du dumm da wie wir.

Wo übernachten, um die Bayerischen Alpen zu besuchen?
Die Gegend ist ziemlich groß. Je nachdem, was du sehen willst, reicht dir eine Unterkunft, oder du nimmst zwei bis drei im ganzen Süden Bayerns, vor allem, um näher an den Königssee heranzukommen.
Wir haben eine ganze Woche in Ehrwald verbracht, auf der österreichischen Seite. Ein hübsches, angenehmes kleines Dorf. Von dort aus kamen wir superleicht überallhin (München, Innsbruck, die Schlösser…).
Wir haben in den Apartments S gewohnt, ganz neuen und superpraktischen Apartments mit Blick auf die Berge. Wenn du lieber in einem richtig netten Chalet in Ehrwald wohnen willst, gibt es die Zugspitz Lodge.
Ehrwald liegt direkt neben einem noch angenehmeren Dorf: Lermoos. Mehr hübsche Chalets, aber touristischer. Beide sind gleich gut und richtig nett 🙂 In Lermoos würde ich dir das Apart Haus Alpenhof empfehlen, eine wunderschöne Lage.
Aber auch auf der deutschen Seite gibt es ziemlich viele richtig interessante Möglichkeiten. Zum Beispiel in Grainau das Boutique Hotel Längenfelder Hof, das top und wunderschön ist.
In Garmisch-Partenkirchen gibt es ebenfalls superhübsche Chalets. Zum Beispiel das Bavaria Biohotel, den Rheinischen Hof und das wunderschöne Hotel Aschenbrenner.
Wenn du weiter in den Osten fährst, empfehle ich dir das Relais & Châteaux Gut Steinbach, traumhaft mitten in den Bergen.
Wie viele Tage für die Bayerischen Alpen?
Eine Woche ist das richtige Format: drei Tage im Westen für die Schlösser und die Zugspitze, dann vier Tage im Osten für Berchtesgaden. In vier oder fünf Tagen musst du dich für eine Seite entscheiden, die beiden Stars der Region liegen drei Autostunden auseinander. Mit zehn Tagen kannst du durchatmen und bis nach Tirol und Salzburg fahren.
Die Planung Tag für Tag findest du in der Route weiter oben.

Wie kommst du in die Bayerischen Alpen?
Wir sind mit dem Auto von Paris bis nach Ehrwald gefahren. Das dauert 9 Stunden ohne Halt, also 11 Stunden mit ein paar Pausen. Nicht unbedingt ideal. Aus Deutschland ist es natürlich deutlich näher: Die A95 bringt dich von München Richtung Garmisch, die A8 Richtung Chiemsee und Berchtesgaden.
Wenn du fliegst, ist München am besten angebunden, deutlich besser als Innsbruck oder Salzburg, mit Direktflügen aus ganz Europa, zum Beispiel mit Air France.
Ich rate dir aber DRINGEND, Flüge und Airlines zu vergleichen. Dafür nutze ich die Vergleichsseite Kayak, und das funktioniert sehr gut.
Vor Ort kommst du ums Auto kaum herum. Einige der wichtigsten Orte erreichst du mit Bus und Bahn, aber wenn du die Möglichkeit hast, rate ich dir zu einem Mietwagen, einfach wegen der Flexibilität (und in Tirol tankst du meist günstiger als in Deutschland).
Ich selbst vergleiche bei Discover Cars, zuverlässig und vertrauenswürdig, mit Bewertungen für jede Station.
Du kannst auch über Getaround ein Auto von Privatleuten mieten. Ich nutze das ab und zu im Ausland und hatte nie Probleme. Los geht es bei etwa 25 Euro, du musst nur auf die Kilometer achten (im Schnitt etwa 200 pro Tag).

Kann man Neuschwanstein und den Königssee an einem Tag besuchen?
Nein! Zwischen beiden liegen rund 2:30 Stunden Fahrt, jeweils am anderen Ende der bayerischen Alpen. Neuschwanstein liegt im Westen, bei Füssen. Der Königssee ganz im Osten, in Berchtesgaden, fast in Österreich. Plane zwei verschiedene Standorte ein, oder zumindest zwei klar getrennte Tage.
Kann man die Bayerischen Alpen ohne Auto besuchen?
Das geht, ist aber ehrlich gesagt ziemlich einschränkend. München, Innsbruck, Garmisch, Füssen und Berchtesgaden sind gut mit der Bahn verbunden, und ab Berchtesgaden fahren Busse zum Königssee, zum Hintersee und zum Kehlstein. Aber der ganze Charme der Region liegt in den kleinen Straßen und den versteckten Seen, und die verpasst du ohne Auto. Miete zumindest für ein paar Tage eins.
Brauchst du eine Vignette, wenn du durch Österreich fährst?
Ja, sobald du eine österreichische Autobahn oder Schnellstraße nimmst. Rechne 2026 mit 12,80 Euro für zehn Tage oder 9,60 Euro für einen einzigen Tag, nimm gleich die für zehn Tage. Achtung, du brauchst sie schneller als gedacht: Die schnellsten Routen zwischen Salzburg und Berchtesgaden führen durch Österreich. Die Strafe ist seit Januar auf 200 Euro gestiegen.
Wie lange im Voraus muss man Neuschwanstein buchen?
So früh wie möglich, wirklich. Mitten im August lag die Wartezeit bei drei Wochen, und ich musste mich deshalb mit dem Äußeren begnügen. Wenn deine Reise in die Hochsaison fällt, buch, sobald deine Daten feststehen. Für Linderhof reichen meist ein paar Tage Vorlauf, und Herrenchiemsee oder Hohenschwangau sind deutlich leichter zu bekommen.
Brauchst du Bargeld?
Ja, mehr als du denkst. Mehrere Orte nehmen nur Bargeld: das Schiff nach Herrenchiemsee, die Boote am Plansee und die Kasse am Königshaus am Schachen, die weder Reservierungen noch Karten annimmt. Die Parkautomaten in Ramsau geben kein Wechselgeld. Hab immer etwa dreißig Euro in kleinen Scheinen und Münzen im Auto.
Kann man in den Seen der Region baden?
Das hängt stark vom See ab. Auf der Tiroler Seite sind der Plansee und der Blindsee genau dafür gemacht: Baden erlaubt, im Sommer je nach See und Zeitpunkt zwischen 17 und 24 Grad. Auf der deutschen Seite ist der Alpsee am Fuß von Neuschwanstein sehr angenehm. Der Königssee und der Obersee liegen dagegen mitten im Nationalpark, mit deutlich strengeren Regeln.
Lässt sich die Region gut mit Kindern oder Kinderwagen besuchen?
Zum großen Teil ja. Der Weg um den Hintersee ist flach, geschottert und mit Kinderwagen und sogar mit Rollstuhl machbar. Die Jennerbahn ist komplett barrierefrei, die Restaurants eingeschlossen. Im Zauberwald und auf dem Weg zum Obersee kannst du den Kinderwagen dagegen vergessen: Letzterer führt am Fels entlang, bleibt feucht und hat Passagen mit Drahtseilen.
Ist das Kehlsteinhaus ein Besuch für alle?
Eine berechtigte Frage. Der Ort ist ein Relikt der NS-Zeit, und heute ist dort ein Restaurant untergebracht, ohne irgendetwas, das dir hilft zu verstehen, was du da besichtigst. Wenn dich das Thema wirklich interessiert, ist der richtige Ort die Dokumentation Obersalzberg weiter unten, ein echtes Museum, das in deinem Busticket inbegriffen ist. Geh zuerst dorthin, sie schließt um 17 Uhr.
Fazit
So, ich glaube, jetzt weißt du alles.
Die eigentliche Schwierigkeit ist, Entscheidungen zu treffen und die richtige Balance zu finden zwischen Besichtigungen wie den Schlössern, Naturerlebnissen wie den Seen und Wanderungen (über die ich hier mangels Erfahrung nicht schreibe) und Städtetouren.
Außerdem solltest du darauf achten, wie weit du fahren willst, denn die Entfernungen wachsen schnell: Der Königssee liegt zum Beispiel mehr als zwei Stunden von Innsbruck entfernt.
Aber im Grunde würde ich dir raten, ein bisschen zu improvisieren, so wie wir. Schreib dir deine Must-sees auf (Neuschwanstein gehört dazu) und zieh dann ganz entspannt los. Ich finde, so entdeckst du die Region am besten, auch wenn ich normalerweise gern eine genau festgelegte Route habe. Hier geht es ehrlich gesagt gut ohne, denn es gibt überall etwas zu sehen, und du wirst ohnehin viel Zeit mit kleinen spontanen Stopps links und rechts verbringen.
Also, eins ist sicher: Du wirst es wirklich genießen!
⭐️Entdecke die Schlösser Neuschwanstein, Hohenschwangau und Linderhof!





