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Ich erinnere mich noch gut an mein erstes Mal, als ich die Nordlichter in Tromsø sehen wollte. Ich wusste nicht, wohin, was ich tun, wie ich sie finden, wie ich sie überhaupt zu Gesicht bekommen sollte. Klar war mir nur: Ich musste raus aus der Stadt. Mehr aber auch nicht. Damit es dir nicht genauso geht, habe ich meine zehn Lieblingsorte für die Nordlichtjagd zusammengestellt. Natürlich ist das keine Bibel (die Bibel, würde ich sagen, ist dieser Artikel, der mehrere Dutzend Spots bündelt :p), es hängt eben auch stark vom Wetter ab. Heißt: Wenn es im Norden bewölkt ist, suchen wir eher einen Spot weiter südlich. Und ehrlich gesagt ist der beste Ort der, den man mit Freude selbst entdeckt hat – beim Erkunden der Region, zu Fuß oder (vor allem!) mit dem Auto. Und genau das ist mein großes Steckenpferd: die Region um Tromsø abfahren, um DEN Spot zu finden.
Ich mag es, das richtige Umfeld zu finden – zwischen den Bergen, mit Blick auf einen Fjord, einen See … Nach mehreren Jahren gibt es immer noch viel zu entdecken, und genau deshalb ist diese Region ein riesiger Spielplatz. Die Liste hier unten gilt nächstes Jahr vielleicht schon nicht mehr, oder du findest ganz einfach etwas Besseres 🙂
Von denen, die ich dir unten vorstelle, sind manche perfekt ausgerichtet, andere haben eine traumhafte Kulisse, brauchen aber bestimmte Bedingungen, damit du etwas siehst. Ich erkläre dir das alles weiter unten. Es sind Orte rund um Tromsø, für die du zum Großteil ein Auto brauchst.
Fjellheisen – die Nordlichter über Tromsø
Also, es mag überraschen, diesen Ort hier zu sehen, aber für mich vereint er fast alle Voraussetzungen, um sich die Augen zu reiben. Zunächst mal ist die Kulisse traumhaft. Der Blick auf die Lichter von Tromsø ist top, ausgerichtet ist alles nach Nordwesten – also hast du zumindest die „klassischen“ Nordlichter, sprich die Bögen. Ich hatte nicht das Glück, die Lichter bei meinen Besuchen explodieren zu sehen, aber Nordlichter gab es jedes Mal. Voraussetzung ist natürlich ein klarer Himmel!
Nachteile dieses Orts: Tromsø gibt doch etwas Licht ab, aber das hindert dich nicht daran, sie zu sehen. Die Fahrt mit der Seilbahn kostet – und ist inzwischen teuer geworden (50 Euro hin und zurück, laut ihrem Shop). Und die letzte Abfahrt ist im Winter um 23 Uhr.
Einen Vorgeschmack bekommst du hier.

Der Fjord von Grøtfjord
Auf der Straße nach Tromvik stößt man zuerst auf das Dorf Grøtfjord (mit toller Aussicht, aber leider extrem hell beleuchtet). Und gleich danach: der Fjord, majestätisch. Also, viel Platz zum Anhalten gibt es nicht, dafür ist er nicht gemacht, aber es geht. Du musst das Auto ein Stück vorher oder nachher abstellen und dich durch den Pulverschnee bis ans Wasser vorwagen. Normalerweise bist du hier ganz allein, vielleicht abgesehen von ein, zwei Fotografen, denn die Gruppen ziehen die linke Seite des Fjords vor, wo die Strände sehr leicht zugänglich sind. Denn bei viel Schnee kann es schon recht lustig werden, ans Wasser zu kommen. Und am Straßenrand ist es auch schön! Dieser Fjord zeigt genau nach Norden, das kann die Sicht einschränken, aber wenn es knallt, siehst du sie – im Norden oder über den Bergen. Was dabei herauskommt, siehst du hier
Nachteile: die etwas eingeschränkte Ausrichtung und eventuell das Waten durch den Pulverschnee (ich persönlich fand’s lustig).

Die Straße nach Kvaløyvågen
Nach dem Tunnel, der nach Ringvassøya führt, erwartet dich eine ganze Reihe schöner Plätze für die Nordlichtjagd. Am besten wird es, sobald man an ein paar verlassenen Hütten am Wasser vorbeikommt und freie Sicht in eine weite Richtung hat. Es ist auf der Karte eingezeichnet: von diesem Punkt bis zum Dorf Kvaløyvågen gibt es jede Menge Stellen zum Halten (außer dem beleuchteten Straßenabschnitt, die Übeltäter). Die Ausrichtung ist super, vor allem am Strand (Punkt auf der Karte): Ost/Nord/West. Da kannst du quasi nichts verpassen 🙂 Etwas weiter kommt ein kleiner zugefrorener See und eine kleine Ebene, die man leicht erkennt, weil dort eine Rentierherde gehalten wird.
Nachteil: Die Touren sind gern in der Gegend unterwegs. Aber es ist mehr als genug Platz für alle! Da drängelt sich niemand – ein Strand pro Person und fertig.

Naustbukta gegenüber den Lyngenalpen
Also, auf diesen hier bin ich rein zufällig gestoßen. Dabei ist er riesig, bekannt und so weiter. Ich hatte mich nie in die Gegend vorgewagt, und dabei ist sie ein echtes Juwel. Der Fjord ist prächtig, breit, große Berge, ein kleiner Strand, wenig Licht. Ehrlich gesagt ist er top. Er ist nach Nord/Ost ausgerichtet, also nicht der Wahnsinn, aber auch nicht schlecht. Vor allem wenn es im Osten knallt, muss das ziemlich außergewöhnlich aussehen. Beim ersten Mal: ein herrlich klarer Himmel, voller Sterne, keine Wolke, ein KP=4 und … nichts -_- kein einziges Nordlicht in der ganzen Region. Beim zweiten Mal war es deutlich besser! Wie man auf dem Foto sieht.
Nachteil: Es war eine Tour da, als ich dort war, aber sechs bis acht Leute und der Strand ist groß – man muss sich nicht über den Weg laufen 🙂 Die Ausrichtung ist auch etwas ungewöhnlich, aber bei einem richtig großen Abend muss das grandios aussehen.

Das Tal von Breivikeidet
Ein wunderschönes Tal, umgeben von herrlichen Bergen, eine weite Ebene, eine Straße, auf der absolut niemand ist, und eine Hundekälte 😀 Ich habe hier einen schönen Abend verbracht (meinen Geburtstag!) und die Nordlichter über den Bergen gesehen. Wenn du bis zum kleinen Hafen weiterfährst, ist es dort etwas zu hell. Aber du kannst vorher rechts abbiegen und kommst in eine andere Ebene, wo eine Schlittenhundezucht liegt.
Nachteile: Man hat die Berge vor sich und sieht sie deshalb nicht von Weitem kommen, aber das macht nichts. Dafür kann es richtig kalt werden.

4 empfohlene Unterkünfte in Tromsø
Sommarøy
Sommarøy ist ein richtig schöner kleiner Archipel, der gerade zum Place to be wird. Traumhafte Strände (und Wasser mit 2 Grad), tolle Ausblicke, aber vor allem eine grandiose Straße. Auf der Insel findest du ein paar Ecken, aber ich mag es lieber etwas davor, wenn du völlig freie Sicht nach Norden hast: die Berge in der Ferne im Osten, Sommarøy und seine Brücke im Westen. Ein super Rahmen. Den ich allerdings immer ohne Nordlichter bewundern durfte, Pech gehabt.
Nachteil: Es gibt jede Menge kleine Sand- oder Steinstrände, du musst dich nur von den wenigen Stellen mit Licht entfernen – das ist aber leicht zu machen.

Das Tal von Kattfjordvatnet
Eine super Ecke, nah an Tromsø mit freier Sicht, sie liegt an der Straße nach Sommarøy. Sobald du Kattfjord hinter dir lässt, kommst du in das Tal, in dem der See Kattfjordvatnet liegt. Das Schöne daran: Es gibt jede Menge Haltemöglichkeiten, kleine Parkplätze, um die Nordlichter zu sehen, um dich etwas von der Straße zu entfernen und nicht Tür an Tür mit den anderen zu stehen. Im Winter kannst du direkt auf den zugefrorenen See gehen.
Die Nachteile sind, dass der Ort leicht zugänglich ist, also potenziell ziemlich voll, und dass die Straße etwas Verkehr hat – regelmäßig sieht man also Scheinwerfer.

Die Höhen von Skulsfjord
Dieser hier ist klasse. An der Straße nach Skulsfjord, kurz vor dem Tunnel, nimmst du links die Straße zum Parkplatz und fährst noch ein Stück weiter. Dann geh ruhig ein paar Schritte vor, um eine noch bessere Sicht auf den Norden von Kvaløya zu haben, mit der Insel Vengsøya. Gut ausgerichtet, Nordwesten, und in der Höhe. So kannst du die Nordlichter kommen sehen, der Rahmen ist toll.
Nachteil: der Wind, verflixt, der Wind. Aber das kann auch zum Vorteil werden, weil die Leute nicht so unerschrocken sind wie du und wegen des Windes früher gehen.

Der Berg von Signaldalen
Genauso ist auch Signaldalen ein Neuzugang, denn ich habe es erst letzten November entdeckt. Man muss dazusagen, dass es ziemlich weit von der Stadt entfernt ist, mehr als eine Stunde Fahrt. Aber der Berg mit seiner markanten Form ist die Reise wert, bei Tag wie bei Nacht. Und das Coole daran: In diesem kleinen Tal, entlang des Flusses, fehlt es dir nicht an Plätzen zum Anhalten – alle 300 Meter ein neuer Ausblick, die Möglichkeit, an mehreren Stellen ans Flussufer zu gehen, etwas weiter in den Wald hinein… Was die Ausrichtung angeht: Norden, Nordwesten, mehr oder weniger freie Sicht, je nachdem, wo du dich hinstellst.
Nachteil: Es braucht etwas Fahrt. Aber es lohnt sich. Mehr Fotos und Infos hier!

NORTHERN HORIZON
- Die besten Guides in Tromsø?
- 4.8/5 auf Getyourguide
- Preis: 195 Euro
WANDERING OWL
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Die Nordlichter in Kilpisjärvi
Gut, okay, hier bist du nicht mehr wirklich in der Region Tromsø. Du bist sogar in Finnland, gute drei Stunden Fahrt entfernt. Dorthin fahren die Guides meist, wenn der Himmel im Norden dicht ist. Du bist im finnischen Lappland – also Wald, überall gefrorene Seen, eisige Kälte, aber ein toller Rahmen. Bleib nicht am Straßenrand stehen: In dieser Gegend gibt es sehr viele Plätze zum Halten, vor allem an den Seen. Denn Lappland heißt flach, also deutlich weniger Berge und ein freierer Blick.
Nachteil: die Entfernung. Du bist eben in Finnland, mehr als drei Stunden weg. Aber du kannst dort schöne Fotos machen, und es sind kaum Leute unterwegs.

Der Ort, der top wirkt, es aber nicht ist: Ersfjordbotn
Das ist vielleicht der bekannteste Fjord der Gegend. Super fotogen und auch ziemlich touristisch! Aber wenn du auf die Halbinsel gehst, bist du allein und ein Stück weg von den Lichtern. Ich nehme ihn wegen des Rahmens ins Ranking auf. Denn er ist nach Westen ausgerichtet, und das ist nicht einfach. Es braucht kräftige Nordlichter, damit es gut wirkt – sonst siehst du fast nichts.
Nachteile: ein touristischer Ort, vor allem oben mit dem Blick von weiter oben. Aber du musst nach unten. Es ist ein recht heller Ort, das ist schade. Und die Ausrichtung ist nicht ideal.

Welche Agentur, um die Nordlichter zu sehen
Wenn du deine Chancen optimieren willst, die Nordlichter zu sehen, kannst du eine Agentur buchen. In diesem Artikel erkläre ich dir wie du sie gut auswählst, aber um es dir einfacher zu machen, habe ich vier ausgezeichnete Agenturen in Tromsø ausgewählt, mit unterschiedlichen Preisen. Für mich sind das die besten in ihrer Preisklasse. Kleine Gruppen, gute Guides, wirklich klasse.
- Northbound (220 Euro)
- Arctic Breeze (150 Euro)
- Wandering Owl (200 Euro)
- Polar Adventures (160 Euro)

Fazit
Die Region hat jede Menge super Orte. Hier sind es leicht erreichbare Plätze, mal näher, mal weiter weg, aber gut ausgerichtet und in einem schönen Rahmen. Denn worauf es letztlich ankommt, ist der Rahmen – er verleiht den Nordlichtern noch mehr Zauber.
Wenn du noch nie Nordlichter gesehen hast, würde ich dir die Orte mit dem freiesten Blick empfehlen und natürlich vorher gut auf das Wetter zu schauen, um zu wissen, wohin du fährst. Denn die Wolken ändern sich je nach Standort. Wenn du dich um rund zwanzig Kilometer bewegst, hast du einen völlig anderen Himmel. Also: Wetter, Windrichtung, und los geht’s – auf zu den Nordlichtern 🙂 Und pass vor allem darauf auf, zur richtigen Zeit hinzufahren!
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